Nachrodter Feuerwehrmänner auf dem Catwalk

Modenschau: Die verschiedenen Einsatzanzüge spiegeln das breite Leistungsspektrum der Feuerwehr wider.

Nachrodt-Wiblingwerde - Wie rettet die Feuerwehr eigentlich Menschen aus einem brennenden Haus? Wie löscht sie ein Feuer fast ohne Wasser? Und wieviele unterschiedliche Einsatzanzüge hängen eigentlich in den Spinden des Gerätehauses im Holensiepen? Antworten auf diese und andere Fragen gab es am Sonntag beim Familientag des Löschzuges Nachrodt.

Dass das Feuerwehrfest ausgesprochen gut besucht war, lag sicherlich nicht nur an dem guten Wetter, sondern wahrscheinlich auch an den teilweise spektakulären Showübungen, die die Blauröcke ihren zahlreichen Gästen vorführten. Den Auftakt bildete der Einsatz der Drehleiter aus Altena. Mit deren Hilfe wurde ein imaginärer Brand hinter dem Feuerwehrgerätehaus bekämpft.

Man sah die Einsatzkräfte der Wehr in rund 30 Metern Höhe, wie sie von dort aus die Flammen mit starkem Wasserstrahl eindämmten. Außerdem zeigte die Feuerwehr, wie die erst kürzlich angeschaffte Rettungssäge eingesetzt werden kann, beispielsweise nach einem Verkehrsunfall. Bei einer anderen Demonstration, die gemeinsam mit den Johannitern aus Altena durchgeführt wurde, musste ein Menschenleben gerettet werden. Gezeigt wurde, wie ein Verletzter aus einem Flammenbereich gerettet und durch die Rettungskräfte der Johanniter erstversorgt wurde, während die Brandbekämpfer das Feuer löschten. Es war die Darstellung einer Situation, wie sie im Alltag der Feuerwehr durchaus vorkommen kann.

Den Brand löschte die Feuerwehr übrigens nicht mit mit Wasser. Sie bediente sich vielmehr eines neuartigen und hochmodernen Löschmittels mit der Bezeichnung „Hi-Cafs“. Dabei handelt es sich um einen gleichmäßig auftragbaren Schwerschaum mit homogener Blasenstruktur, der nur zu einem geringen Teil aus Wasser besteht. Er haftet auch senkrecht und über Kopf lange Zeit und löscht dadurch wesentlich effizienter als Wasser. Schäden, die durch Löschwasser entstehen können, werden so weitestgehend ausgeschlossen. Gleichwohl wird die Feuerwehr auch künftig nicht auf das nasse Element verzichten können. Insbesondere dann, wenn es gilt, ein Feuer einzudämmen.

Feuerwehrfest in Nachrodt

Auch die Einsatzkleidung der Feuerwehr wurde vorgeführt. So sahen die zum Teil erstaunten Zuschauer in einer „Feuerwehr-Modenschau“ einen Feuerwehrmann im ABC-Schutzanzug. Ein weiterer Feuerwehrmann trug schweres Atemgerät, ein dritter einen Wärmeschutzanzug. Da fiel es den Zuschauern leichter, sich vorzustellen, welches Gewicht die Brandbekämpfer bei einem Einsatz mit sich herumtragen müssen.

Jens Klatt, Löschzugführer des Löschzuges Nachrodt, sah den Familientag als vollen Erfolg an. „Es sind unglaublich viele Besucher da“, freute er sich. „Ich habe den Eindruck, es werden jedes Jahr mehr“. Die Wehr hatte – unabhängig von den Showübungen – aber auch einiges zu bieten. Hüpfburg, Kinderschminken, Kaffee und Kuchen, die obligatorische Bratwurst und jede Menge Getränke standen zur Verfügung. Klatt und sein Team veranstalteten den Familientag in diesem Jahr erstmalig im Sommer. „Sonst hat das Feuerwehrfest ja immer im Herbst stattgefunden“, erklärt der Löschzugführer, „aber vom Sommer haben wir uns besseres Wetter erwartet“. Diese Erwartung ging am Sonntag auf jeden Fall in Erfüllung.

Der Erlös aus der Veranstaltung fließt der Freiwilligen Feuerwehr zu. Dazu Gemeindebrandinspektor Michael Kling: „Wir werden hierfür Ausrüstungsgegenstände anschaffen. Der genaue Verwendungszweck steht aber noch nicht fest“. Man orientiere sich an den Einsätzen der letzten Monate und Jahre. Entsprechend den Bedürfnissen vor Ort werde dann die Anschaffung der Rettungsmittel erfolgen. - Hartwig Bröer

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