Wohnhaus in Rennerde brennt nach Blitzeinschlag

+
Insgesamt 46 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren an der Bekämpfung des Wohnhausbrandes beteiligt.

Nachrodt-Wiblingwerde - Das Unwetter am Sonntagabend hat auch die Doppelgemeinde erwischt. Gegen 21.50 Uhr musste die Freiwillige Feuerwehr nach Rennerde ausrücken, wo ein Blitz ein Wohnhaus in Brand gesetzt hatte.

Mit zehn Fahrzeugen rückten insgesamt 46 Einsatzkräfte der Löschgruppen Nachrodt, Wiblingwerde und Veserde nach Rennerde aus. Dort brannten der Dachstuhl und das erste Obergeschoss eines Wohnhauses. Die vier Bewohner hatten sich zwar schon in Sicherheit gebracht, als die Brandbekämpfer eintrafen, aber trotzdem blieb für die Feuerwehr noch viel zu tun. Zunächst baute sie eine Löschwasserversorgung aus, bei der sie das Wasser aus Hydranten und aus dem 100 Kubikmeter fassenden unterirdischen Löschwasserspeicher in Rennerde bezog. Praktisch gleichzeitig wurden aus Sicherheitgründen die Strom- und Gasversorgung des Hauses unterbrochen.

Um ein weiteres Ausbreiten des Feuers zu verhindern, löschte ein mit Atemschutzgeräten ausgerüsteter Trupp von außen mit Hilfe der Drehleiter. Andere Brandbekämpfer machten sich in sechs Trupps mit Atemschutzausrüstung daran, mit Hilfe der erst kürzlich angeschafften Rettungssäge die Zwischendecken des Hauses zu öffnen. „Bei solchen Brände in Häusern mit Hohlraumdecken gibt es immer zwei Möglichkeiten: Man kann die Decken mit Löschwasser tränken oder mit der Wärmebildkamera Brandnester aufspüren, die Decken punktuell öffnen und dann das Feuer löschen“, erklärte Gemeindebrandinspektor Michael Kling. Um die Gebäudesubstanz nicht durch zu viel Löschwasser zu beschädigen, habe sich die Feuerwehr in diesem Fall für die zweite Variante entschieden. „Die Löcher kann man später wieder verschließen. Davon wird man dann nicht mehr viel sehen“, versicherte Kling.

Dachstuhlbrand in Rennerde

Bis 1.30 Uhr waren die Einsatzkräfte mit den Löscharbeiten beschäftigt, dann erst konnten sich die meisten in die Nacht verabschieden. Eine Fahrzeugbesatzung blieb aus Sicherheitsgründen als Brandwache noch bis zum nächsten Morgen vor Ort.

Die Bewohner des Hauses blieben ohne gesundheitliche Schäden, allerdings verletzte sich ein 52-jähriger Feuerwehrmann. Bei der Geräteentnahme von einem Einsatzfahrzeug zog er sich eine Daumenquetschung zu.

Das Haus ist nach dem Brand zunächst unbewohnbar. Die betroffene Familie fand vorübergehend bei Verwandten Unterschlupf. Gleich zu Beginn des Einsatzes hatte die Feuerwehr aus dem Dachgeschoss des brennenden Hauses wichtige Versicherungsdokumente retten können, die die Geschädigten nun dringend benötigen werden.

Über die Schadenshöhe war bis gestern nicht bekannt. Die Brandursache schient dagegen zweifelsfrei festzustehen. „Es gibt Augenzeugen aus der Nachbarschaft, die gesehen haben, wie der Blitz in das haus eingeschlagen hat“, berichtete Gemeindebrandinspektor Michael Kling, für dessen Mannschaft dies der einzige Einsatz während des Unwetters war. „Darüber sind wir auch heilfroh, denn wir hatten in Rennerde alle Kräfte gebunden“, blickte Kling zurück. Am Dienstagmittag allerdings gab es nach einer Nacht mit wenig Schlaf den nächsten Einsatz für 10 Feuerwehrmänner aus der Gemeinde: Sie wurden wie 65 andere aus dem Kreis zur Unterstützung bei Aufräumarbeiten im Ruhrgebiet gerufen und kommen voraussichtlich bis heute in Essen zum Einsatz. Kling war sicher: „Bei dieser Hitze wird das kein Spaß!“ - von Volker Griese

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare