Retter üben Einsatz mit der Kettensäge

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Am Spannungssimulator üben die Retter, wie ein Baum unter Druck und Spannung zu zersägen ist.

Nachrodt-Wiblingwerde – Den Einsatz der Kettensäge haben Retter der Feuerwehr Wiblingwerde geübt. Damit sie bei Windwurf wissen, wie sie die Bäume richtig sichern können. Dabei kam ein besonderes Trainingsgerät zum Einsatz.

Anfang dieses Jahres mussten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Wiblingwerde zu einem Sturmeinsatz ausrücken. Im Bereich des Kreinbergs waren Bäume umgerissen worden und hatten eine Straße versperrt. 

„Wenn Bäume umfallen, haben sie Spannung und dies kann unter Umständen gefährlich werden“, erklärte Ausbilder Jan Triches zusammen mit Yannik Heinrich den Kollegen. Um für diese Art von Einsätzen gewappnet zu sein, haben sich die Feuerwehrleute Patrick Nowack, Sven Lüno, Erik Napierkowski und Marvin Sassenschmidt zu einer Fortbildung im und rund um das Gerätehaus getroffen. 

Während am Morgen zunächst ein theoretischer Teil in Form einer Präsentation und mehrerer Videos auf dem Programm stand, ging es im Verlauf des Vormittags dann zum Praxisteil. Im Klartext: Es wurden die Motorsägen angeworfen und an mehreren Baumstämme geübt. 

Da alle Teilnehmer bereits im Besitz eines Kettensägenscheins sind, stand das Thema „Windwurf“, und damit eine Vertiefung des Wissens, auf dem Plan. „Wenn wir kommen, liegen die Bäume ja meistens schon“, sagte Patrick Nowack. „Von daher ist das Fällen eines Baums meistens nicht unsere Aufgabe.“ 

Stattdessen vermittelten die Ausbilder, wie sich Holz vor allem unter „Druck und Zug“ verhält. Faustregel: Mit der Motorsäge sollte immer von der Druckseite her geschnitten werden. Zudem verhindert ein sogenannter Treppenschnitt, bei dem die Motorsäge immer um eine Sägeblattbreite versetzt wird, dass die Kette irgendwann fest sitzt und nichts mehr geht. 

Ein weiteres Problem: Wird von unten, also der Zugseite, ins Holz geschnitten, fliegt der Stamm unkontrolliert auseinander. Den Treppenschnitt konnten die Kameraden der Feuerwehr am Samstag erstmals an einem Spannungssimulator testen. Hierfür wurde ein Holzstamm in einer Vorrichtung eingespannt und unter Druck gesetzt. 

An einem größeren Baum wurde darüber hinaus der korrekte Fällschnitt trainiert. Dabei ist darauf zu achten, dass die Bruchleiste nicht „totgeschnitten wird“ und der Baum aus diesem Grund nicht mehr korrekt fallen kann. „Die Bruchleiste ist die Lebensversicherung“, erläuterte Ausbilder Jan Triches. 

Zudem gab er den Teilnehmern weitere Sicherheitsregeln mit auf den Weg: Kleine Bäume sollten niemals mit der Hand umgeworfen werden. Zudem müsse das Fallen des Baumes vorher durch ein Warnsignal deutlich angezeigt werden. Es könne nämlich immer sein, dass sich noch eine Person im Gefahrenbereich befindet. 

Im Laufe des Jahres soll es noch eine Grundausbildung an der Motorsäge geben, sodass nach und nach alle Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Wiblingwerde im Umgang mit der Kettensäge geschult werden – und bereit sind für den Einsatz bei Windwurf.

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