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Skeptiker plötzlich überzeugt

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Wenn das Feuerwehrgerätehaus gebaut wird, wird vorübergehend die Lennehalle genutzt.
Wenn das Feuerwehrgerätehaus gebaut wird, wird vorübergehend die Lennehalle genutzt. © Keim, Thomas

Der Hallenboden hält das aus. Sagt Bauamtsleiter Dirk Röding. Und es ist jetzt sehr wahrscheinlich, dass Feuerwehrfahrzeuge vorübergehend in der Lennehalle untergebracht werden.

Nachrodt-Wiblingwerde – Erst waren sie skeptisch und dann doch nicht mehr? Überraschende Ergebnisse gab es während der Sitzung des Planungs-, Bau und Umweltausschusses. Denn: Einstimmig empfehlen UWG, CDU und SPD dem Rat die vorübergehende Unterbringung der Feuerwehr in der Lennehalle. Damit wäre die Halle fast das komplette kommende Jahr nicht für andere nutzbar.

Bauchschmerzen

„Was ist mit dem Hallenboden, wenn die Fahrzeuge darüber fahren? Und wir glauben auch, dass eine geplante Bauzeit von sieben Monaten für das neue Feuerwehrgerätehaus nicht realistisch ist. Wurde mit den Nutzern der Lennehalle gesprochen?“, sprach Sozialdemokrat Martin Neumann gleich mehrere „Bauchschmerzen“ an. Und auch Sebastian Brinker (CDU) fehlten ein paar wichtige Informationen, zum Beispiel: „Was kostet der Rückbau der Halle?“ Noch sei man aufgrund fehlender Detailinformationen zu keiner Entscheidung gekommen.

Verwaltung leistet Überzeugungsarbeit

Dagegen standen der fraktionslose Ratsherr Matthias Lohmann und die Vertreter der UWG hinter dem Vorschlag der Verwaltung, die die Skeptiker in der Sitzung aber augenscheinlich spontan überzeugen konnten. „Der Boden verträgt das ganz locker“, meinte Bauamtsleiter Dirk Röding zur Sorge um den Hallenboden, wenn große Feuerwehrfahrzeuge auf ihm herumkurven. Und Bürgermeisterin versprach zur Bauzeit des Gerätehauses ab den Osterferien bis Oktober 2022: „Der Zeitplan ist realistisch.“ Mit der Maßnahme müsse man auch dringend beginnen, „sonst ist die Förderung futsch.“ 250000 Euro Unterstützung gibt es für das neue Gerätehaus. Sollte man sich gegen die Lennehalle entscheiden, bliebe als Ausweichmöglichkeit der Parkplatz am Holensiepen, wo Zelte und sanitäre Anlagen aufgebaut und ein Sicherheitsdienst beauftragt werden müssten. Die geschätzten Kosten hierfür in Höhe von 156000 Euro findet Matthias Lohmann „knapp kalkuliert“. Die Unterbringung in der Lennehalle soll Stand heute 115000 Euro kosten.

Ausfallgeld für den Förderverein

Noch wurde nicht mit den sporttreibenden Vereinen gesprochen, die die Lennehalle nutzen. Und auch nicht mit dem Blutspendedienst oder mit dem Förderverein Gartenhallenbad, der in der Lennehalle sein Hallentrödelfest veranstaltet. „Wir sollten ihnen den Schaden aus der Gemeindekasse vernünftig ausgleichen“, schlug Matthias Lohmann vor, dem Förderverein aufgrund des Einnahmeausfalls unter die Arme zu greifen. Petra Triches, Fraktionssprecherin der UWG, erhofft sich zudem eine Unterstützung in Form eines Containers für die Fußballer, die eigentlich die sanitären Anlagen der Lennehalle nutzen.

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