Feuerwehr-Löschgruppe Veserde ist unverzichtbar

Die Löschgruppe Veserde hält Gemeindebrandinspektor Michael Kling für unverzichtbar.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Mit ihrem laut ausgesprochenen Gedanken, die Notwendigkeit des Standorts der Freiwilligen Feuerwehr in Veserde zu überdenken, haben Politiker am Montagabend Dutzende von Blauröcken auf den Plan gerufen. Michael Kling, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Nachrodt-Wiblingwerde, ermahnte die Ratsmitglieder zu Beginn ihrer Sitzung, „nicht auf der Suche nach Einsparungen mit einer Rasenmäher-Methode durch den Haushaltsplan zu fahren“.

Kling betonte, dass die Gemeinden verpflichtet seien, eine den örtlichen Verhältnissen entsprechende leistungsfähige Feuerwehr zu unterhalten. „Die Freiwillige Feuerwehr erbringt kontinuierlich immer mehr Leistungen mit immer weniger Personal“, so Kling. Dies könne aber nicht zu dem Entschluss führen, Standorte zu schließen. Vielmehr müssten jetzt die Weichen für mehr Personal gestellt werden. „Die Feuerwehr hat in den letzten zehn Jahren aufgrund des demografischen Wandels 20 Prozent ihres Personals eingebüßt.“ Falsch sei laut Kling die Annahme, aufgrund der besseren Technik nehme der Bedarf an Feuerwehrleuten ab. Die Technik folge dem Menschen und nicht der Mensch der Technik. Vielmehr sei die Technik der schwindenden Zahl von Ehrenamtlichen angepasst worden.

Kling zog einen finanziellen Vergleich zur Nachbargemeinde Herscheid. Die Feuerwehr dort verfüge über ein Jahresbudget von 500 000 Euro. „In unserer Gemeinde sind wir aufgrund unseres eigenen sparsamen Handelns ganz weit weg von dieser Summe, nämlich nicht einmal bei der Hälfte – trotz Fahrzeugbeschaffung.“

Sollte die Löschgruppe Veserde mit Wiblingwerde zusammengezogen werden, und dadurch Einsatzpersonal verloren gehen, sieht Kling seine Einsatzkräfte im Ernstfall gefährdet. Die Wehr könnte dann Probleme bekommen, für die vorgehenden Trupps unter Atemschutz einen vorgeschriebenen Rettungstrupp zu stellen. Zudem stelle die Einheit Veserde – basierend auf den Brandschutzbedarfsplan – jene Löschgruppe, die die Hilfsfrist von acht Minuten im Wachbezirk 3 (Obernahmerland/Wörden/Deierte) sicherstellt. „Ebenso rückt die Einheit als Verstärkung nach Wiblingwerde und Nachrodt aus“, verdeutlichte Kling. Des Weiteren ergebe sich auch durch eine Zusammenlegung keine Abschaffung des Löschfahrzeugs. „Dies gibt weder der Brandschutzbedarfsplan her, noch der gesunde Menschenverstand.“

Auslöser der Diskussion war die Vergabe der Umbauarbeiten für einen Umkleideraum im Veserder Gerätehaus in Höhe von 7500 Euro – eine Vorschrift der Unfallversicherung. „Diese Umbauarbeiten werden wieder mit Eigenanteil der Ehrenamtlichen geleistet“, versicherte Kling und verdeutlichte die Notwendigkeit des Umbaus. „Zurzeit befördern die Einsatzkräfte der Löschgruppe Veserde ihre kontaminierte Einsatzkleidung in ihren Privatwagen.“

Weitere Diskussionen über die Schließung des Standorts verbat sich der Wehrleiter. Er sah anderes Einnahme und Einsparpotezial: gebührenpflichtige Brandschauen, Kostenerstattung bei Fehlalarmen und Brandsicherheitswachen. Außerdem könnten die Energiekosten am Standort Veserde durchleuchtet und gesenkt werden.

Die Überlegung „Brauchen wir die Feuerwehr in Veserde?“ sei ein Gedankenschlenker gewesen, erklärte Gerd Schröder (SPD). „Ich hätte nie gedacht, dass das so hohe Wellen schlägt.“ Man habe sich intensiv mit Sparvorschlägen auseinander gesetzt - der Gedanke sei gerade einmal acht Tage alt. „Keiner will die Feuerwehr weg haben“, versicherte Hans-Jürgen Hohage (UWG), räumte allerdings ein, rein rechnerisch hier Sparmaßnahmen im Kopf gehabt zu haben. Stefan Herbel (CDU) sprach sich für intensive Gespräche mit der Wehrführung aus, um gemeinsame Lösungen zu finden.

Die Errichtung der Umkleideräume am Standort Veserde wurden nach der Diskussion übrigens bei zwei Enthaltungen beschlossen. ▪ Susanne Riedl

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