Feuerwehr in Nachrodt

Gerätehaus: Neue Pläne für Neubau

Alt und ausgedient: das Feuerwehrgerätehaus an der Lennehalle in Nachrodt
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Das Feuerwehrgerätehaus an der Lennehalle in Nachrodt wird neu gebaut

Nachrodt-Wiblingwerde – Das Grundstück wird nicht von Zauberhand größer. Die Bedingungen neben der Lennehalle sind, wie sie sind: Aber dennoch sind die Pläne für das neue Feuerwehrgerätehaus am Holensiepen jetzt im zweiten Stepp ganz offensichtlich ausgefeilt, auf die Anforderungen abgestimmt und zukunftsorientiert.

Am Montag, 15. März, könnten die Weichen gestellt werden. Denn die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses (17 Uhr, Lennehalle) diskutieren über den geplanten Neubau, den Architekt Andreas Kisker vorstellen wird. Im besten Fall für die Feuerwehr wird der Rat eine Woche später die Verwaltung beauftragen, den Bauantrag zu stellen.

Mehr Platz nötig

Statt eingeschossiger Bauweise, wie zunächst in einer ersten Studie angedacht, soll der Sozialtrakt nun zweigeschossig werden. „Denn nach genauerer Betrachtung der Pläne stellte man fest: Die Platzverhältnisse waren noch nicht stimmig“, sagt Wehrleier Mark Wille.

Knackpunkt war besonders ein Raum, der mehrere Zwecke hätte erfüllen müssen und der auch für den Meldekopf, also sozusagen für die eigene Leitstelle, bei Großschadenslagen hätte umfunktioniert werden müssen. Mit einer Trennwand zu 30 Einsatzkräften, die sodann zum Ort des Geschehens ausrücken.

Eigener Stabsraum und kurze Laufwege

Stürme, Schneechaos, Stromausfälle, Hochwasser, Großbrände: Bei solchen Schadenslagen, die immer häufiger auftreten, wird ein Meldekopf eingerichtet mit allem, was benötigt wird: Beamer, Landkarten, Funkraum und vielem mehr. Sechs Personen sind dann daran beteiligt. „Viele Informationen laufen dort zusammen, viele wichtige Entscheidungen müssen getroffen werden“, erzählt Sebastian Putz.

Im Rahmen des neuen Konzeptes mit der Zweigeschossigkeit besteht die Möglichkeit, den Stabsraum dauerhaft aufrecht zu erhalten. Das würde eine wesentliche Arbeitserleichterung im Einsatzfall bedeuten. Der Bereitschaftsraum würde dagegen im hinteren Teil des Gerätehauses im Erdgeschoss untergebracht, sodass die Laufwege zu den Einsatz-Uniformen und zu den Fahrzeugen sehr kurz wären.

Umschauen bei den Nachbarn

„Ein Gebäude baut man nicht für drei oder fünf Jahre, sondern für 50 Jahre und länger“, sagt Gemeindebrandinspektor Mark Wille. Wohl aber will man nicht zu den Sternen greifen. „Wir haben immer gesagt, dass wir das Gesamtkonzept der Gemeinde betrachten. Es geht natürlich nicht, dass sich die Feuerwehr dort einen Palast hinbaut“, ergänzt Sebastian Putz.

Andere nigelnagelneue Feuerwehrgerätehäuser hat man sich in der Umgebung angeschaut. Wie das in Kierspe. „Dann sind wir nach Hause gefahren und haben geträumt“, erzählt Sebastian Putz schmunzelnd. Realistisch möchte man bleiben, aber dennoch gut gerüstet sein.

Umkleiden nur durch Vorhang getrennt

Von den Plänen sind Mark Wille, Sebastian Putz und alle anderen Nachrodter Einsatzkräfte überzeugt. Sie wurden bei den Überlegungen gehört, ihre Ideen wurden mit eingebracht. Die Planungen sehen natürlich auch getrennte Umkleiden für Frauen und Männer vor. Eine Geschichte, die aktuell nur mit einem Vorhang gelöst wird.

„Das ist ja kein Zustand“, sagt Mark Wille. Im bestehenden Gerätehaus gibt es zudem nur eine Damen- und eine Herrentoilette über einen Eingang. Da bekommt der Begriff Gewöhnungsbedürftigkeit eine neue Bedeutung.

Kleine Finanzspritze

Die Fahrzeughalle und der hintere Bereich der Fahrzeughalle sollen als Fertigbau errichtet werden, sodass dieser Bereich zum ursprünglichen Plan unverändert ist.

Nur der Sozialtrakt würde aufgestockt, was auch rein optisch zum Gesamtbild gut passt. Der Neubau kostet 3, 844 Millionen Euro, wobei die Mehrkosten für die Zweigeschossigkeit in Höhe von 375 000 Euro eingerechnet sind. Bürgermeisterin Birgit Tupat äußert sich zufrieden über die „funktionsmäßigen Pläne“. Es gibt übrigens ein Förderprogramm des Landes, bei dem das Fördervolumen 250 000 Euro beträgt – also tatsächlich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist.

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