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Feuerkünstlerin aus Wiblingwerde

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Feuerkünstlerin Debora Görzen bei ihrem Auftritt beim Nachrodter Weihnachtsmarkt.
Feuerkünstlerin Debora Görzen bei ihrem Auftritt beim Nachrodter Weihnachtsmarkt. © Fischer-Bolz, Susanne

Es war tatsächlich ein spektakulärer Auftritt: Die Flammen schossen in den dunklen Himmel, die Zuschauer staunten, wie die Funken um die Künstlerin herum sprühten, wie ein Stern plötzlich in hellen Flammen stand. Es war Debora Görzen, die mit ihrer Show den Nachrodter Weihnachtsmarkt krönte. Und: Sie kommt aus Wiblingwerde. Ist gerade dort hingezogen.

Nachrodt-Wiblingwerde – „Grundsätzlich hat alles geklappt. Ein, zwei Kleinigkeiten vielleicht nicht. Der fliegende Stab war an einer Stelle ein bisschen zu wenig getränkt. Dann stand er nicht sauber. Das hat mich in dem Moment sehr geärgert“, erzählt die 30-Jährige. Es ist ihr eigener Anspruch, perfekt zu sein. Für die Zuschauer war es das.

„Ich mag das Dorfleben

Seit zehn Jahren arbeitet Debora Görzen als Feuerkünstlerin und Lichtartistin. Im September ist sie mit ihrem Mann von Hagen nach Wiblingwerde gezogen. „Wir sind nicht so die Stadtmenschen und wollten unbedingt aufs Dorf“, erzählt sie und findet es toll im Höhendorf. „Ich mag das Dorfleben, die Natur. Man läuft ein Stückchen und ist direkt im Wald.“

Ihre langen Haare schützt die Künstlerin bei Auftritten.
Ihre langen Haare schützt die Künstlerin bei Auftritten. © Fischer-Bolz, Susanne

Feuerkünstlerin, das wird man nicht über Nacht. „Es hat auf einem großen Weihnachtsmarkt angefangen. Wir haben eine Feuershow auf einer Bühne gesehen und ich habe gesagt: Das würde ich auch gern können. Dann hat einer von den Künstlern mir das Poi-Spielen beigebracht.“ Poi, das sind Ketten mit Ball, die geschwungen werden. „Ich war direkt angefixt und habe einen Monat jeden Tag stundenlang geübt.“ Natürlich ohne Feuer.

Selten verbrannt

Verbrannt hat sie sich bisher nur selten. „Wenn man vorsichtig und konzentriert ist, dann passiert sehr selten etwas.“ Debora Görzen passt auch wirklich gut auf ihre langen Haare auf. Sie trägt sie bei den Auftritten unter einem Tuch. „Man kann sie auch flechten und nass machen, aber da bleibt immer ein bisschen Risiko. Dafür mag ich meine Haare zu gern“, erzählt sie lachend. Ihr Mann unterstützt sie bei den Auftritten. „Der ist der stetige Typ bei uns, er ist Elektroingenieur“, verrät Debora Görzen, die auch mit anderen Künstlern zusammen auftritt. „Aber bei Solo-Shows habe ich immer jemanden dabei, der mich unterstützt. Ein Auge mehr ist immer gut.“ Ein Feuerlöscher und Löschdecken sind natürlich auch immer in der Nähe.

Funkenspiel-Ensemble

Debora Görzen gehört übrigens auch zu einer Gruppe namens Funkenspiel-Ensemble. Da arbeitet sie mit verschiedenen Künstlern, die alle auch eigene Projekte haben. Den Kunden können so auch größere Shows angeboten werden. Die Pandemie hat eben solche Shows zunichte gemacht. „Im ersten Jahr war acht Monate nichts“, erzählt Debora Görzen, die auch einen „bodenständigen“ Beruf hat. Sie ist Erzieherin und hat zudem eine Ausbildung zur Zirkuspädagogin in der Zirkusfabrik in Köln gemacht.

Von Jonglage bis Feuerspucken

Neben ihren Auftritten gibt sie auch Kurse, in Iserlohn und in Lüdenscheid zum Beispiel, auch an Schulen. Sie bietet von Jonglage bis zum Feuerspucken und -schlucken, von der Luftakrobatik bis zur Balance viele Workshops an. „In diesem Beruf geht es darum, wie gut man ist, nicht, welche Ausbildung man hat. Wenn man am Ende nicht abliefert, wird man nicht gebucht.“ Wichtig ist für sie, die Erfahrungen immer zu erweitern. Das Wertvollste ist die Mund-zu-Mund-Propaganda, aber auch „das Mysterium“ Google. „Das ist viel Arbeit. Das Künstlerdasein hat nicht nur schöne Seiten, sondern es gibt auch die Büroarbeit, Social Media, Instagram, Google.“

Nachfrage explodiert

In diesem Jahr, so erzählt die junge Frau, ist die Nachfrage explodiert. „Die Leute haben alles nachgeholt, ich hatte fast keine freie Zeit mehr.“ Fit hält sie sich automatisch: „Ich bin kein Mensch, der herumsitzen kann.“ Eine Feuershow ist schon von ganz alleine spektakulär. Und beim Feuerspucken gibt es immer den Wow-Effekt. Gilt auch hier: höher, schneller, fantastischer? „Nein, auf Hochzeiten, Geburtstagen und Firmenfeiern merke ich, dass die Leute es tatsächlich gut finden, dass ich nicht nur große Flammen habe, sondern auch elegante Bewegungen und romantische Elemente. Da lege ich auch viel Wert drauf“, sagt Debora Görzen, die keine Angst bei ihren Auftritten hat. „Angst sorgt dafür, dass man unvorsichtig und hektisch wird.“ Respekt sollte man dagegen haben. Ihr gefällt das Element, es begeistert sie.

Wärme und Wohlfühlen

„Ich liebe auch, einfach am Feuer zu sitzen. Feuer strahlt auch Geborgenheit aus, Wärme, das Wohlfühlen, nicht nur die Gefahr und die Zerstörung. Wenn man mit Feuer spielt und die Flammen um einen herumwirbeln, gibt es auch so ein wahnsinniges Geräusch, ein lautes Rauschen“, erzählt sie. Bei Auftritten hat sie das Publikum immer im Blick, das etwa drei Meter von ihr entfernt sein muss. „Ich weiß immer, wo, wer steht. Aber es passiert eigentlich nicht, dass jemand ‘reinrennt.“

Autogramme

Nach der Show in Nachrodt musste Debora Görzen sogar Autogramme geben. „Das war ganz witzig. Davor waren die Kinder bei der Band ChrisDana Twins und haben sich Autogramme geholt, dann kamen sie zu mir. Das ist bei einer Feuershow eher selten“, erzählt sie lachend.

Weitere Infos gibt es auf Debora Görzens Homepage unter der Adresse www.lichterspiele.com.

Passend zum Weihnachtsmarkt wurde natürlich auch ein Stern angezündet.
Passend zum Weihnachtsmarkt wurde natürlich auch ein Stern angezündet. © Fischer-Bolz, Susanne

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