Ferienkinder greifen nach den Sternen

Butterbrotdosen dominieren das Bild auf den Tischen.

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Sechs Wochen Ferien - da meiden Schüler bekanntlich alles, was mit dem Thema Schule auch nur annähernd zu tun hat. Nicht so in Nachrodt: „Ich komme gern in die Schule, hier ist es voll cool“, berichtet Lisa. Der Grund für dieses sonst eher untypische Schülerverhalten: „Ich glaube nicht, dass die Kinder die Tage hier mit Schule in Verbindung bringen. Wir machen drei Wochen lang alles, was den Kindern Spaß macht“, erklärt Martina Luther.

Gemeinsam mit ihrer Tochter Lisa ist sie in dieser Woche für die Betreuung der Kinder zuständig. Die zwölf Teilnehmer sind allesamt Schüler der Grundschule, die während des Schuljahres das Ganztagsprogramm nutzen. „Ähnlich wie bei einem Kindergarten haben auch wir in den Ferien nicht komplett geschlossen, das besagt das Konzept der OGS. Drei Wochen lang betreuen wir die Kinder hier, damit die Eltern weiter arbeiten können. Die letzten drei Ferienwochen haben allerdings auch wir geschlossen“, so Luther. Heiß ersehnt ist immer der Mittwoch, denn mittwochs ist Ausflugtag. „Letzte Woche waren wir im Westfalenpark in Dortmund, diese Woche fahren wir ins Bochumer Planetarium und nächste Woche in den Maximilianpark nach Hamm“, berichtet die Leiterin. Bereits die Fahrt dort hin ist meistens aufregend, denn sie erfolgt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. „Für das Ferienprogramm bekommen wir vom Träger extra Feriengeld. Damit müssen wir natürlich gut haushalten“, erzählt Luther. Aber trotz des engen Budgets mach den Kindern das Programm viel Freude, denn es gibt jede Menge zu erleben: „Vergangene Woche sind wir mit den Kindern zum Volksgarten gewandert. Dort wurde ausgiebig gespielt, anschließend gab es ein dickes Eis in der Stadt“, berichtet die Leiterin. Einen Tag später gab es am Helbeckerbach jede Menge zu entdecken. Frösche und andere Tiere begeisterten die Schüler. Bei den sommerlichen Temperaturen war das kühle Wasser des Bachs die ideale Erfrischung.

Am Montag war es dann vorbei mit dem schönen Wetter und das bekamen Kinder und Betreuer auch gleich zu spüren. „Wir waren durch nass.“ Denn bei der Führung über den Naturlehrpfad am Kohlberghaus in Dahle fing es plötzlich kräftig an zu regnen. „Das Kohlberghaus beliefert uns während der Schulzeit mit Essen, daher der Kontakt“, erklärt Luther. Während der Ferien müssen sich die Kinder jedoch selbst versorgen. Kein Problem - Butterbrotdosen zieren die Tische. Und gestern gab es dann zusätzlich noch eine extra Leckerei: „Auf geht’s zum Einkaufen, wir brauchen Obst“, lautete die Anweisung von Lisa Luther. Denn es sollte einen riesigen Obstsalat geben. Bei schlechtem Wetter bleibt die Gruppe in der Schule, das stört die Kinder jedoch keineswegs. Ausgelassen wird gespielt, gemalt, gebastelt und getobt. Wie im Flug vergeht die Zeit. Die Schüler sind sich einig: So müsste Schule immer sein! ▪ lm

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare