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Felssprengung an der gesperrten B236 „hoffentlich vor Ostern“

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Der Bereich der Vollsperrung: Die Baumaschinen reihen sich aneinander.
Der Bereich der Vollsperrung: Die Baumaschinen reihen sich aneinander. © Privat

Zwei kurzgezogenen Töne bedeuten: Es wird gesprengt. Wahrscheinlich noch vor Ostern wird der Fels an der vollgesperrten B236 in Nachrodt „zerlegt“. Neuigkeiten gibt es außerdem von den aktuellen Arbeiten und von der Verkehrssituation. Sollte sie sich tatsächlich entspannt haben?

Nachrodt-Wiblingwerde – Vor der Schüppe ist es dunkel. Abgeleitet von einem alten Bergmannsspruch bedeutet dies, dass man mit unliebsamen Überraschungen am Bau immer rechnen muss. In der ersten Woche im Rahmen der Felsarbeiten an der B 236 war es aber „nur“ der plötzliche und in der Heftigkeit überraschende Wintereinbruch, der das Vorankommen etwas stocken ließ. Obwohl schon reichlich abgeräumt, wurden noch weitere 80 Bäume aus dem Hang geholt, die vor Ort gehäckselt wurden. Auch am vergangenen Samstag stand dies noch an. Am Montag ging es weiter mit Arbeiten in dem Bereich, der nicht gesprengt wird. Mit einem Hydraulikhammer wird nun vor und hinter dem eigentlichen Sprengbereich der Fels abgetragen. Mit im Boot ist auch Sigi Müller mit seinem Team.

Spürbare Erschütterungen

„Das sind etwa 100 Kubikmeter Fels“, sagt Projektleiter Jan Pfänder von der Firma Feldhaus und ergänzt: „Das wird in dieser Woche durchgeführt. Parallel beginnen wir mit den Vorbereitungen für die Sprengungen.“ Dafür werden Bohrlöcher angelegt. Zur Frage, wann die ersten Sprengungen stattfinden werden, sagt Jan Pfänder: „Ich hoffe, vor Ostern.“ Die Anwohner haben bereits Post bekommen. „Es wird kein schädlicher Einfluss auf die Bebauung erwartet“, heißt es von Straßen.NRW. Im Abstand von etwa zwei Wochen sollen mehrere „kontrollierte und schonende Sprengungen durchgeführt“ werden. Vor der jeweiligen Sprengung werden Signale ertönen. Hört man einen lang gezogenen Ton, sollen die Anwohner in ihre Häuser gehen. Es folgen zwei kurzgezogenen Töne, die bedeuten: Es wird gesprengt. Drei kurze Töne geben Entwarnung. „Es können spürbare Erschütterungen auftreten, die für Personen und Gebäude jedoch unschädlich sind“, so die Nachricht von Straßen.NRW

Für Anwohner erhebliche Belastung

Unterdessen hat sich das Verkehrschaos der ersten Tage zwar nicht in Luft aufgelöst, ist aber mit den Anfängen nicht mehr vergleichbar. Als Montag vor einer Woche die vor sich hinkriechenden Autoschlangen und der erste Unfall das ganze Dilemma der Vollsperrung präsentierten, hatte tatsächlich niemand damit gerechnet, dass sich die Situation entspannen könnte. Doch: „Besonders für die Anwohner ist es eine erhebliche Belastung. Das kann man nicht schönreden. Ich verstehe die Beschwerden“, sagt Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz. „Aber tatsächlich: Ob von oben oder unten: In einer Ampelphase bin ich durch“, so Bürgermeisterin Birgit Tupat. Auch zu unterschiedlichen Zeiten. „Es ist besser als erwartet.“ Allerdings bekamen Autofahrer bei starkem Schneefall vom Stillstand bis zur Rutschpartie einen ordentlichen Schrecken in den Mini-Serpentinen.

Ein Blick von der Ehrenmalstraße auf die Baustelle an der B236
Ein Blick von der Ehrenmalstraße auf die Baustelle an der B236 © Fischer-Bolz, Susanne

Ein besonderer Kummer ist augenscheinlich das Thema „Parken an der Ehrenmalstraße“. So gibt es viele Mails an die Gemeindeverwaltung mit dem Inhalt ‘Wieso darf ich da nicht parken? Ich bin nicht bereit, 600 Meter zu meinem Auto zu laufen’. „Aber wenn wir das erklären, warum die Verbote eingerichtet sind, kommen auch sehr nette Nachrichten zurück“, sagt Birgit Tupat. Es geht in erster Linie um den Schutz der Schulkinder. „Wir möchten, dass Schulkinder die Autofahrer und Autofahrer die Schulkinder rechtzeitig erkennen können“, erklärt Sebastian Putz. Beim Ein- und ausparken sowie Rangieren wäre das unmöglich.

Lkw-Fahrer macht sich aus dem Staub

Im Rahmen einer Besprechung, an der Vertreter der Gemeinde, Straßen.NRW, Polizei und der Märkische Kreis als Straßenverkehrsbehörde am Montag teilnahmen, wurden natürlich auch ein paar Probleme rund um die Vollsperrung angesprochen. So wünscht sich Sebastian Putz zum Beispiel eine Sperrwarnung mit Warnleuchten hinter der Lennebrücke. Denn wenn man sie vom Amtshaus kommend passiert hat, sieht es so aus, als könne man nicht nur rechts hoch auf die Ehrenmalstraße, sondern auf der B 236 weiterfahren. Und das tun auch viele. „In jeder Grünphase“, sagt Sebastian Putz. Er berichtet auch von vielen Lkw, die vor der Höhenbegrenzung an der Brücke wenden müssen – an der von Bodelschwingh-Straße. „Einer hat die Schilder im Kreisverkehr kaputt gefahren. Ein Zeuge hat gesehen, wie der Fahrer ausgestiegen ist, sich das Ganze angeguckt hat und weggefahren ist.“ Dass Fahrer eines 40 Tonners beim Wenden mal „ein Schild krumm fahren“, findet der Ordnungsamtsleiter nicht schlimm. „Die Lkw-Fahrer tun uns auch leid, aber fürs Abhauen habe ich kein Verständnis.“

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