Ein Feiertag für das Sportabzeichen

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Die jüngsten waren zugleich die eifrigsten Teilnehmer: Im Wilhelm-Mestekämper-Stadion konnte am Donnerstag jeder Interessierte die Prüfungen für das Sportabzeichen ablegen.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Katharina Even, Übungsleiterin beim TuS Nachrodt-Obstfeld, war am Donnerstag im Wilhelm-Mestekämper-Stadion für die Abnahme des Sportabzeichens zuständig. Ihr Bereich: Weitsprung. Dabei hatte sie es in erster Linie mit den ganz jungen Sportlern zu tun. Alle jungen Akteure entwickelten genug Ehrgeiz, um die für ihre Altersklasse vorgegebene Weite zu erreichen. Doch das war nur ein Aspekt.

Die Abnahme des Sportabzeichens durch den TuS findet jedes Jahr an Fronleichnam statt. „Das erfolgt in der Regel durch ein ganzes Team von Übungsleitern“, so Katharina Even, die deshalb auch nicht alleine verantwortlich war. „Daraus ist schon eine feste Gruppe gewachsen.“ Für den Erhalt des Sportabzeichens müssen in mehreren Sportarten – der jeweiligen Altersgruppe entsprechend – Leistungen erbracht werden. So werden neben dem Weitwurf auch eine Schwimmdisziplin, das Sprinten, der Langlauf und eine Wurfdisziplin gefordert. Um diese Sportarten zu bewältigen, hat man ein ganzes Jahr lang Zeit und kann auch innerhalb dieses Jahres das Abzeichen erwerben.

Viele der Sportler entscheiden sich jedoch dazu, die erforderlichen Leistungen an einem Tag zu erbringen. So wie beispielsweise am Donnerstag beim TuS. Der Andrang vor den einzelnen Stationen hielt sich allerdings in Grenzen. „Es ist verhältnismäßig wenig los“, resümierte Uwe Perlowsky vom Gemeindesportverband (GSV). Das könne aber durchaus am schlechten Wetter am Vormittag gelegen haben.

Die Abnahme des Sportabzeichens durch den TuS ist übrigens unabhängig von einer Vereinszugehörigkeit. Jeder Sportler, ob einem Verein angehörig oder nicht, kann daher dort seine Leistungen unter Beweis stellen. Zu den jüngsten Bewerbern gehörte die sechsjährige Elena Felker. Sie erwarb in diesem Jahr ihr zweites Sportabzeichen. Mit fünf Jahren hatte sie zum ersten Mal teilgenommen. Aber was gefällt ihr denn nun genau daran? „Da kriegt man doch immer Medaillen“, strahlte sie. Christiane Koch dagegen strebt derzeit die mittleren Jahrgänge an. Sie hat das Sportabzeichen nun schon das 20. Mal mit Erfolg errungen. „So ganz genau weiß ich das allerdings nicht“, schmunzelte sie. „Es könnten auch ein oder zwei Abzeichen weniger sein.“

Doch wie der Volksmund schon sagt: Im nächsten Jahr wird alles anders. Was sich genau verändert, erklärte Jörg Tybussek vom GSV. Bislang sei es so, dass nach der Erlangung einer bestimmten Anzahl der Sportabzeichen diese in Gold, Silber und Bronze verliehen würden. „Das wird sich allerdings ändern“, so Tybussek. Es werde ein Punktesystem eingeführt, welches eine Hochrechnung auf die Leistungen der Sportler zulasse. Dadurch sei es nicht mehr möglich, lediglich aufgrund der Anzahl der erworbenen Sportabzeichen Gold, Silber oder Bronze zu erhalten. Dies sei zukünftig ausschließlich an die Leistungen der Sportler geknüpft. So ein bisschen wie bei den Olympischen Spielen offenbar: Nur die Leistung zählt. Aber auf eines auf diese Art erworbenes Sportabzeichen können die erfolgreichen Sportler ja dann auch doppelt stolz sein. ▪ hb

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