Fast lebensgroße Krippe in Brenscheid

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Die Krippenfiguren reichen Moritz Pühl bis zur Hüfte. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Besonders bei Dunkelheit sieht man sie dank künstlicher Beleuchtung schon von weitem, aber auch ohne Licht strahlt sie über Brenscheid wie der Stern über dem Stall von Bethlehem: Die große Krippe auf dem Hof Pühl. Entstanden ist sie, weil Tischlermeister Moritz Pühl und seine Mutter sich etwas in den Kopf gesetzt hatten.

Am Anfang der Geschichte steht der langjährige Wunsch von Heike Pühl, der Mutter des 29-Jährigen, die ein echter Krippen-Fan ist und von einer großen Weihnachtskrippe im eigenen Garten träumte. Der Sohn sollte diesen Traum Realität werden lassen, schließlich verfügte er ja von Berufs wegen über das notwendige handwerkliche Geschick. Was ihm lediglich fehlte, war die Zeit, denn Moritz Pühl ist in Hohenlimburg mit einem Tischlerbetrieb selbstständig. Doch irgendwann war es so weit: „Die Anregung habe ich aus einer Zeitschrift, wo eine solche Krippe abgebildet war. Ich habe mir aber gedacht: Das kannst Du besser“, berichtet Pühl, wie er letztlich dazu fand, das Geschehen der Heiligen Nacht mit beinahe lebensgroßen Holzfiguren nachzustellen. Er besorgte sich Leimholzplatten aus Kiefernholz, auf die er die einzelnen Figuren aufzeichnete. „Freihändig, ohne Schablonen“, wie Pühl betont. Dann sägte er die Umrisse mit der Stichsäge aus. Um eine gewisse Tiefenwirkung zu erzielen, leimte der Tischlermeister einzelne Teile aufeinander. So haben zum Beispiel die Schafe wohlproportionierte Beine erhalten und auch die Gewänder der menschlichen Krippenfiguren werden angedeutet.

Als der Anfang einmal gemacht war, hat das Projekt wohl eine gewisse Eigendynamik entwickelt. „Am Anfang hatte ich nur an Maria, Josef und das Jesuskind gedacht“, erzählt Moritz Pühl, wie die Krippe nicht nur in seinem Kopf nach und nach gewachsen ist. Dann habe er sich gedacht, dass ja auch die Heiligen Drei Könige dazu gehören und dass die Anwesenheit von Hirten ebenfalls nicht schlecht sei. So entstand im Herbst, immer nach der täglichen Arbeit, innerhalb von zwei Wochen eine Krippenfigur nach der anderen – bis am Ende kein Holz mehr da war. „Ich habe mehr gebraucht, als ich ursprünglich geplant hatte, aber ich hatte ja auch auf einmal richtig Lust bekommen“, schmunzelt Pühl darüber, wie sein Tatendrang plötzlich gar nicht mehr zu bremsen war. Am liebsten hätte er auch noch den Ochsen geschaffen, der aufgrund des Materialengpasses derzeit noch fehlt. „Mal sehen, vielleicht baue ich den im nächsten Jahr“, sinniert der 29-Jähige.

Doch so sehr Moritz Pühl im Laufe der Zeit auch Spaß am Krippenbau gefunden hat: Das Exemplar, das einen Platz auf dem elterlichen Hof in Brenscheid gefunden hat, soll ein Einzelstück bleiben, weitere Krippen möchte er nicht bauen. Nur ausgeliehen hat er das in diesem Jahr entstandene Unikat: In dieser Woche hat er sie vorübergehend für einen Gottesdienst in einer Hagener Kirche abgegeben. Aber zum Weihnachtsfest steht sie nun wieder an ihrem angestammten Platz. Und wenn sie dann bei Dunkelheit von zwei Halogenstrahlern illuminiert wird, ist sie schon weitem sichtbar – wie der Stern von Bethlehem, der über der Pühl’schen Weihnachtskrippe übrigens auch strahlt. ▪ vg

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