Familiäres Tohuwabohu perfekt einstudiert

Annemarie hat einen tückischen Plan – Tante Erna wird nach einem Schluck Kaffee urplötzlich ganz müde. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Langer Applaus belohnte die Brettken-Darsteller am Mittwochabend für ihre schauspielerische Leistung auf der Bühne im Saal der Rastatt. Das Publikum war vom familiären Tohuwabohu der Familie Kröt, das die Laienschauspielgruppe perfekt einstudiert hatte, überzeugt. Liebhaber verdrehter Familienkomödien, die sich bis ins Irreale steigern, kommen bei dem Lustspiel „Der 31. November“ von Thomas Gehring voll auf ihre Kosten.

Auslöser für den Familienkrach im Hause Kröt ist die Hochzeit Annemaries mit einem „Versager“, wie Vater Adalbert überzeugt ist. Juliane Werding besang es einst mit einem Schlager: „Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst“. Das trifft in ähnlicher Weise auch auf den groß angelegten Versöhnungsversuch von Annemarie (Manuela Witt) zu. Was hat sich die Tochter nicht alles einfallen lassen, um den seit fünf Jahren andauernden Streit zwischen ihr und ihrem Vater Adalbert (Christian Schmidt) beizulegen. Ein eigenes Theaterstück hat sie geschrieben und eine Theatergruppe engagiert, die mit ihren amüsant-aufdringlichen Besuchen im Kröt‘schen Wohnzimmer den Vater friedlich stimmen sollen. Der hektisch-aufdringliche Versicherungsvertreter Erwin Leisetritt (Michael Krüger), die streitenden Möbelpacker (Aykut Aggül und Andreas Schlenstedt) sowie die beiden Nonnen Gerbera und Laudatia (Frauke Römer und Marina Moldenhauer), die einem Zwetschgenwasser nicht abgeneigt sind und sich gerne aus der Schmuckschatulle von Mutter Kröt (Heidi Bellmann) bedienen, spielen ihre Rollen perfekt nach Plan.

"Der 31. November"

Dennoch hegen Mutter Gunda und Annemaries Ehemann Peter (Georg Alexander Fotiadis) Zweifel am Gelingen des Versöhnungsstücks. Und sie sollen Recht behalten. Völlig unplanmäßig taucht Tante Erna (Ilse Alexius) auf der Bildfläche auf – Ausreden müssen her, um die Familienangehörige vom Vater fern zu halten. Dem soll nämlich nach dem Scheitern des ersten Versöhnungs-Vorspiels der gleiche Tag noch einmal präsentiert werden. Der zweite Versuch startete demnach also am „31. November“ – doch die Dinge eskalierten. Letztlich wirft Adalbert nicht nur seine Tochter und den verhassten Schwiegersohn aus der Wohnung, sondern auch noch seine Ehefrau Gunda. Der nicht geplante „Absturz“ des Barschrank-Türchens des Kröt‘schen Wohnzimmerschranks unterstrich zur Begeisterung der Zuschauer ungewollt das chaotische Szenario. Wie durch Geisterhand fiel die Tür im passenden Augenblick aus den Angeln. Doch aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei – ein weiterer Versöhnungs-Versuch soll die Wogen nun glätten – doch diesmal laufen, wie sollte es auch anders sein, die Dinge völlig aus dem Ruder.

Wer die Premierenvorstellung verpasst hat und wissen möchte, ob Annemaries Plan doch noch aufgeht, hat am Samstag und Sonntag sowie am 5., 9. und 10. Juli noch einmal die Chance, Augenzeuge des großen Versöhnungsplans zu werden. ▪ sr

www.brettken.de

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