Vom Fahrer fehlt nach schwerem Unfall jede Spur

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Das war mal eine BMW-Limousine: Zerstört bis auf die Fahrerkabine fand die Polizei am Montagmorgen dieses Auto auf der Landstraße 692 vor – entgegen der Fahrtrichtung. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Schwerer Verkehrsunfall auf der Landstraße 692 in Höhe Oevenscheid: Stundenlang konnte die Polizei den Fahrer eines völlig zerstörten BMW 850i nicht finden. Am frühen Montagmorgen war das Wrack auf der Straße von Lüdenscheid nach Nachrodt-Wiblingwerde entdeckt worden. Der Fahrer, ein 48-jähriger Hagener, meldete sich erst am Abend auf der Polizeiwache in Altena.

„Wir wurden um kurz nach 6 Uhr über den Unfall informiert“, schilderte Polizeisprecher Norbert Pusch. Ein nachfolgender Autofahrer, ein 41-jähriger Herscheider, habe die zerstörte Limousine entdeckt und den Notruf gewählt. Der Fahrer des BMW war da bereits nicht mehr an der Unfallstelle.

„Bei ihrem Eintreffen in Oevenscheid fanden die Kollegen den Wagen total zerstört vor – bis auf die Fahrgastzelle“, berichtete Norbert Pusch weiter. „Trümmerteile, Erde, Gras und Glassplitter verteilten sich auf einer Strecke von rund 250 Metern.“ Blutspuren seien im Auto jedoch nicht gefunden worden. Aus den Spuren auf der Landstraße rekonstruierte die Polizei den Unfall wie folgt: Der BMW fuhr in Richtung Wiblingwerde. Wegen der winterlichen Witterungsverhältnisse kam er ins Schleudern, drehte sich mehrfach. Sowohl Heck als auch Front knallten an die Böschung. Davon nicht ausreichend abgebremst, hob das Auto ab „und prallte auf der circa drei Meter hohen Böschung gegen einen etwa 20 Zentimeter dicken Baum“, so der Polizeibericht. Der Baum brach ab; das Auto kam schließlich zum Stehen.

Anhand des Kennzeichens ermittelte die Polizei den Halter, erreichen konnte sie den Mann, der im Volmetal wohnt, jedoch nicht. Der Fahrer arbeitet in Wiblingwerde und war offenbar auf dem Weg zur Arbeit. Dort tauchte er jedoch gestern nicht auf. So suchte die Polizei zunächst das Umfeld der Fundstelle ab. Ohne Erfolg, weshalb ein Hubschrauber angefordert wurde. Eine Stunde überflog er das Gelände von der Autobahn bis zum Hahn. Auch zwei Hundeführer durchsuchten das dichte Waldgebiet. „Alle Maßnahmen verliefen erfolglos“, erklärte Norbert Pusch. Das Fahrzeug sei beschlagnahmt worden.

„Am Abend tauchte der Mann in der Wache Altena auf“, teilte Martin Schulte von der Einsatzleitstelle der Polizei in Iserlohn später mit: „Er gab ab, keine Erinnerung an den Unfall zu haben.“ Auch wisse er nicht, wo er den Tag verbracht habe und wie er den Weg bis nach Altena zurückgelegt habe.

„Über die Gründe zur Unfallflucht lässt sich nur spekulieren: Entweder der Fahrer war betrunken oder er stand unter Schock“, so Pressesprecher Pusch. Der Gesamtsachschaden des Unfalls liegt bei 17 500 Euro. Der Fahrer wurde mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. ▪ lm/pia

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