Unfallflucht bringt 18-Jährigem richtig Ärger

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Viel zu schnell fuhr ein 18-jähriger Fahranfänger aus Nachrodt-Wiblingwerde in der Nacht zum 22. Oktober. Dass er dabei einen Unfall baute und sich aus dem Staub machte, brachte ihm nun Ärger ein.

Auf der Ehrenmalstraße kam der 18-Jährige von der Fahrbahn ab, rammte und beschädigte einen Laternenpfahl, schleuderte mit dem Wagen quer über die Straße und fuhr dort gegen die Leitplanke. Der Audi zeigte sich nach dieser Behandlung als ein robustes Fahrzeug: „Das Auto fuhr noch“, sagte der junge Mann gestern im Amtsgericht Altena, wo er sich wegen „unerlaubten Entfernens vom Unfallort“ verantworten musste.

Der junge Mann hatte nämlich die verbliebenen Kräfte des Autos genutzt, um nach Hause zu fahren. Seine Rechnung, ohne weitere Konsequenzen aus der Sache hertauszukommen, schien aufzugehen – bis Mitarbeiter des NRW-Landesbetreiebes Straßen am Morgen nach dem Unfall bei einer Kontrollfahrt die beschädigte Straßenlaterne entdeckten und die Polizei ihre Ermittlungsarbeit aufnahm. Als Polizeibeamte einige Tage später bei ihm zuhause auftauchten, gab der 18-Jährige zu, dass er viel zu schnell gefahren war. Nun hatte er richtigen Ärger: Zu der Strafanzeige kam ein zorniger Vater, der den – letztlich doch schrottreifen – Wagen finanziert hatte, und ein Schaden an der Laterne, der mit 2500 Euro zu Buche schlug. „Welcher Teufel hat Sie denn da geritten?“, wollte Richter Dirk Reckschmidt von dem Angeklagten wissen.

Der 18-Jährige blieb bei seinem Geständnis, und erntete dafür die Aussicht auf eine wichtige Erfahrung: Im Rahmen des Präventionsprojektes „Traffic Deadline“, das der Märkische Kreis anbietet, muss er sich mit Erfahrungsberichten von jenen auseinandersetzen, die selbst von einem schweren Unfall betroffen sind oder als erste am Ort eines schweren Verkehrsunfalls ankommen: Rettungsassistenten, Notärzte, Notfallseelsorger, Feuerwehrleute und Polizisten. Im Gegenzug für die endgültige Einstellung des zunächst vorläufig eingestellten Strafverfahrens muss der 18-Jährige außerdem 300 Euro an das Kinderhospiz in Olpe zahlen. - Thomas Krumm

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