Fachmann berichtet über Immobilien-Outsourcing

Ausgliederung brächte wenig

Franz Vochsen, Rechtsanwalt und Steuerberater von der Dr. Heilmaier & Partner Steuerberatungsgesellschaft in Krefeld, berichtete über Möglichkeiten von Outsourcing. - Foto: Keim

Nachrodt-Wiblingwerde - Die Möglichkeiten wären vielfältig, aber es sind zahlreiche rechtliche und steuerliche Aspekte zu bedenken: Über mögliche alternative Bewirtschaftsungsformen der gemeindeeigenen Immobilien berichtete in der jüngsten Sitzung des Rates Franz Vochsen, Rechtsanwalt und Steuerberater von der Dr. Heilmaier & Partner Steuerberatungsgesellschaft in Krefeld.

Mit Gebäuden wie dem Amtshaus, Feuerwehrhäusern, Schulen und Turnhalle , der Lennehalle und Wohnungen sowie der „Rastatt“ (in Verpachtung), aber auch dem Asylheim, bringt es die Doppelgemeinde auf einen Buchwert von rund 7,5 Millionen Euro an Immobilien. 

Sie werden derzeit innerhalb der bestehenden Strukturen von der Verwaltung bewirtschaftet. Als Alternativen nannte Vochsen einen Eigenbetrieb, eine Anstalt öffentlichen Rechts, eine GmbH oder eine GmbH & Co KG. Jede Form sei mit oder ohne Übertragung des Eigentums auf die neue Einrichtung denkbar.

Dann kam Vochsen auf zahlreiche Aspekte zu sprechen, die es hier zu bedenken gelte, ob Grunderwerbssteuern, Körperschaftssteuern oder bis hin zu Fragen der Umsatzsteuer.

Gründe für eine dieser Formen des Outsourcings seien eine mögliche Steuerersparnis, Kosteneinsparungen bei der Bewirtschaftung und Unterhaltung der Immobilien sowie die Schaffung „stiller Reserven“ zugunsten des Gemeindehaushalts.

Vochsen machte im Rahmen seines Vortrages aber auch darauf aufmerksam, dass der Hoffnung auf finanzielle Verbesserungen für die Gemeinde Grenzen gesetzt sind. Angesichts des „überschaubaren Immobilienbestandes“ und des geringen Personaleinsatzes bei der Gemeinde seien „Kosteneinsparungen aufgrund des Wechsels der Bewirtschaftungsform nicht zu erwarten.“

Eine Zentralisierung der Immobilienbewirtschaftung sei nur dann sinnvoll, wenn der kommunale Immobilienbestand eine gewisse Größe erreicht und von verschiedenen Fachbereichen bewirtschaftet wird. Fazit: „Es ist nicht zu erkennen, dass sich im vorliegenden Fall durch eine Änderung der Bewirtschaftunsform Kostenvorteile ergeben.“

Durchschlagende Gründe für eine Auslagerung an eine kommunale Gesellschaft seien daher „nicht ersichtlich.“ Auch die Errichtung eines kommunalen Eigenbetriebs sei nur sinnvoll, wenn die damit verbundenen Mehrkosten durch eine Optimierung der Bewirtschaftungskosten übertroffen werden könnten. Im Rahmen der Verwaltungsstrukturen sei das aber „nicht realisierbar“, schloss der Referent.

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