„Zeigen, was in mir steckt“

Auf den Zahn gefühlt: Dr. Michaela Christodoulakis, Berufsberaterin Eva Henseler, Kübra Karatas (künftige Auszubildende) und Arbeitsvermittler Martin Döhler.

NACHRODT-WIBLINWERDE ▪ Die Agentur für Arbeit Iserlohn hat der Praxis für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde von Michaela Christodoulakis in Nachrodt einen Besuch abgestattet. Hintergrund war die Fachkräftesicherung – ein Hauptinteresse der Agentur für Arbeit.

„Nicht immer erhalten ausbildungsinteressierte Schulabgänger direkt einen Ausbildungsvertrag im Wunschberuf. So war es auch bei Kübra Karatas“, erklärt Berufsberaterin Eva Henseler, und führt fort: „Eine Möglichkeit, sich jedoch im Wunschberuf zu beweisen und dadurch eine Ausbildungsstelle zu erhalten, ist die sogenannte Einstiegsqualifizierung – besser bekannt als Jahrespraktikum - der Bundesagentur für Arbeit. Diesen Weg hat Kübra nach nahezu 50 gescheiterten Bewerbungen auf unseren Rat hin eingeschlagen und hat nun die Chance, sich im Wunschberuf der Zahnmedizinischen Fachangestellten unter Beweis zu stellen und viele Erfahrungen zu sammeln.“

Für Arbeitgeberin Michaela Christodoulakis und ihre weiteren drei Angestellten trotz der Fachoberschulreife, die Kübra Karatas vorweist, ein Glücksgriff: „Im vergangenen Jahr hatte ich viel Pech mit der damals eingestellten Bewerberin. Denn Sozialtugenden wie Höflichkeit, Pünktlichkeit und Menschlichkeit sind bei mir wichtiger als die besten Noten. Mit Hilfe der Einstiegsqualifizierung kann ich bei Kübra wunderbar testen, inwieweit wir zusammen passen, wie stark sich Kübra ins Team einbringen kann und ob wir es gemeinsam schaffen, so viel zu Fachlichkeit herzustellen, dass die Fachoberschulreife kein Thema mehr ist. Meist stellen wir nämlich Schulabgänger mit Fachabitur ein.“

Seit Ende Januar ist die nun achtzehnjährige Kübra Karatas aus Nachrodt-Wiblingwerde bei Michaela Christodoulakis als Praktikantin beschäftigt – mit der Option auf Übernahme in ein festes Ausbildungsverhältnis in diesem Jahr.

Dass dieses Jahrespraktikum ein straffes Programm mit sich bringt, hat Kübra schnell erfahren: „Ich wollte schon immer etwas im medizinischen Bereich werden, was dazu noch mit Menschen zu tun hat. Meine ersten Eindrücke haben sich verstetigt und auch das Arbeiten mit Blut, was vielleicht ab und an mal fließt, ist unproblematisch für mich. Durch den intensiven Austausch mit Frau Christodoulakis bin ich außerdem viel schneller in allem geworden, was sich auch auf mein Privatleben überträgt. Ich sammele unglaublich viele positive Erfahrungen und freue mich, dass ich die Chance erhalten habe, in diesem Praktikum zu beweisen, was alles in mir steckt!“

Dass bis zum Ende des Praktikums noch viel Arbeit auf Kübra Karatas und Michaela Christodoulakis zukommt, ist beiden bewusst. Daher sitzen sie in der Praxis für ganzheitliche Kieferheilkunde täglich zusammen, Kübra erhält Feedback und mitunter auch Hausaufgaben, um möglich viel Wissen bis zum möglichen Ausbildungsstart sammeln zu können und zu zeigen, dass sie die Richtige ist.

Martin Döhler, Arbeitsvermittler im gemeinsamen Arbeitgeberservice: „Wir haben große Hoffnungen, dass nach Beendigung der Einstiegsqualifizierung feststeht, dass die Arbeitserprobung in ein festes Ausbildungsverhältnis übergehen soll.“ Die Arbeitsagentur kann zum Beginn der Ausbildung den so genannten „abH“, kostenlosen Nachhilfeunterricht, anbieten.

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