Sprengung aus sicherer Entfernung

NACHRODT-WIBLINGWERDE J Bis zu 900000 Tonnen Baustoffe produziert der Steinbruch Lasbeck pro Jahr. Aber wer war schon mal dort? Die Mitglieder des Heimat- und Verkehrsvereins hatten das Glück und blicken insgesamt auf höchst interessante Aktivitäten zurück: So folgte man gern einer Einladung in den Steinbruch Lasbeck. Zehn Teilnehmer trafen sich im Büro des Werks und genossen bei schwül-heißem Wetter die fachlich anspruchsvolle, gleichwohl lebendige Einführung in die geologischen Besonderheiten, die Anforderungen an die Produkte in Qualität und Quantität, die Arbeitsabläufe im Betrieb und die Perspektiven des Unternehmens. Ausgestattet mit Warnwesten und Schutzhelmen begaben sich die Besucher auf den Weg in die unteren Sohlen der über 200 Meter mächtigen Felsformation. Aus sicherer Entfernung konnte man eine Sprengung verfolgen – ebenso präzise wie gedämpft. Gewaltige Maschinen (Lader, Muldenkipper, Bagger) beeindruckten die Besucher ungemein. Respekteinflößend auch die Kraft des Steinbrechers, der tonnenschwere Grauwackebrocken in schottergroße Steine zermahlte. An der Waschanlage für die verstaubten LKW vorbei führte der Weg zurück ins Büro, wo sich bei freundlicher Bewirtung nochmals Gelegenheit fand, die Eindrücke zu verarbeiten und offene Fragen zu klären. Ebenso spannend war eine Exkursion zum Drahtwerk Fritz Finkernagel in Altena. Erneut hatten sich zehn Mitglieder des Heimat- und Verkehrsvereins dorthin aufgemacht und wurden von Fritz-Uwe Finkernagel, der das Unternehmen seit 1991 in dritter Generation leitet, begrüßt und in einem 30-minütigen Vortrag in die Firmengeschichte eingeführt. Die Firma Finkernagel steht auf zwei Standbeinen: In der Drahtzieherei produzieren etwa 70 Mitarbeiter 3000 Tonnen Draht pro Monat. In der Abteilung für die Herstellung von Umformwerkzeugen sind etwa 20 Mitarbeiter beschäftigt. Bei der anschließenden Besichtigung der Produktion erfuhren die Mitarbeiter des HVV viel über den heutigen Stand der Technik in einem modernen Drahtunternehmen. Finkernagel liefert nach ganz Europa und nach Übersee, zum großen Teil auch nach Amerika. Nach Abschluss der Besichtigung und einer kleinen Diskussionsrunde war den Teilnehmern bewusst, wie viel sich in den letzten 50 Jahren in der Herstellung von Draht getan hat. Fazit des Besuchs war: Ohne Draht geht auf der Welt (fast) nichts. Ein Dank ging an Fritz-Uwe Finkernagel, bevor die Gruppe sich mit dem Bürgerbus, den der Bürgerbusverein Nachrodt-Wiblingwerde für eine Sonderfahrt zur Verfügung gestellt hatte, auf den Heimweg machte. Die spannenden Exkursionen machen Lust auf kommende Veranstaltungen, etwa weitere Firmenbesichtigungen. Ein besonderes Highlight verspricht die Zusage des Unneraner Aquarellkünstlers Burkhard Lau, der 2019 eine Auswahl seiner Werke im Kornspeicher Wiblingwerde präsentiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare