Sprachförderung durch Musik auch im Fibs

Für Kinder des Fibs ist Sprachförderung durch Musik nichts völlig Neues. Sie haben in einer Musikwerkstatt bereits erste Erfahrungen gesammelt, was sie in einer kleinen Aufführung demonstrierten. Foto: Griese

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Das Evangelische Familienzentrum (Fibs) beteiligt sich an einem kreisweiten Projekt zur Sprachförderung durch Musik. Am Montag machten sich Landrat Thomas Gemke und Superintendentin MartinaEspelöer vom Kirchenkreis Iserlohn ein Bild davon, wie das aussehen könnte.

Die Sprachstandserhebungen in den Kindergärten haben in den vergangenen Jahren immer wieder Defizite aufgezeigt – nicht nur bei Kindern mit Migrationshintergrund, sondern auch bei deutschen Kindern. Landrat Gemke hob die Bedeutung von Sprachförderung insbesondere für Ausländerkinder hervor: „Sprache ist das zentrale Mittel für die Integration“, sagte er.

„Wir haben nach einer Möglichkeit gesucht, die Sprachentwicklung projekthaft zu fördern“, schilderte Superintendentin Espelöer, wie es zu dem neuen Projekt gekommen ist. Dabei sei dann die Idee entstanden, Musik einzusetzen. Gabriele Iseringhausen vom Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn entwickelte dafür ein Konzept, das unter anderem auf der Idee des Schweizer Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi aufbaut, nach der Kinder Sprache über Gefühle und die Sprachmelodie abspeichern. Iseringhausen erläuterte, dass Kinder durch Singen ein Gefühl für Wörter und Silben entwickeln. Zudem werde nicht nur die Mundmotorik, sondern der ganze Kröper trainiert.

Die Sache hatte allerdings einen Haken: In der Ausbildung von Erzieherinnen spielt Musik schon seit Jahren kaum noch eine Rolle. Mitarbeiterinnen in Kindergärten wissen deshalb schlichtweg nicht, wie sie mit Kindern singen sollen. Hier kommt nun die Märkische Sozialstiftung für Kinder und Jugendliche ins Spiel, die jährlich Erträge aus dem Erbe einer kinderlosen Witwe aus Hemer für Projekte im Kinder- und Jugendbereich ausschüttet. In diesem Jahr fließen 2000 Euro in das Projekt zur Sprachförderung durch Musik, das in den Kindertageseinrichtungen in den Evangelischen Kirchenkreisen Iserlohn und Lüdenscheid-Plettenberg etabliert werden soll. „Manchmal braucht es nur einen kleinen Impuls, um ein nachhaltiges Projekt zu schaffen“, freute sich Superintendentin Martina Espelöer über die Spende.

Das Stiftungsgeld wird nun eingesetzt, um Erzieherinnen musikalisch auszubilden. Darum wird sich ab sofort die Musikpädagogin Karin Haarmann kümmern. Die gebürtige Balverin wird die für die musikalische Sprachförderung notwendigen Kenntnisse in Workshops auch an die Erzieherinnen des Fibs weitergeben.

Völliges Neuland betritt das Fibs mit dem Musikprojekt freilich nicht. Die Einrichtung habe bereits versucht, eine kleine Musikwerkstatt einzurichten, berichtete Leiterin Corinna Ludewig. Der Erfolg sei allerdings bescheiden, weil den Erzieherinnen die Ausbildung fehle, räumte sie ein. Eine Kostprobe dessen, was im Fibs erarbeitet worden ist, erhielten die Besucher allerdings schon: Etwa 20 Kinder führten ihnen den „Kita-Rap“ vor, der zum Mitmachen animierte. - Volker Griese

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