Evangelischer Friedhof: Neues Konzept

Rolf Stiebing erklärt das neue Friedhofskonzept.

NACHRODT-WIBLINGWERDE Das Interesse am neuen Friedhofskonzept der evangelischen Kirchengemeinde hielt sich am Dienstagabend in Grenzen. Nur 20 Gemeindemitglieder kamen ins Gemeindehaus an der Schillerstraße und hörten die Ausführungen von Friedhofspresbyter Rolf Stiebing.

„Es ist makaber, aber ich konnte mir nie vorstellen, dass ich mal für einen Friedhof Werbung machen müsste.“, sagte Stiebing im Verlauf seiner Ausführungen. Derzeit besteht für den evangelischen Friedhof eine permanente Unterdeckung, so dass „uns irgendwann eine Schließung droht.“ Dies soll mit dem neuen Konzept, das auf fast 60 Jahre angelegt ist, verhindert werden. Die Verantwortlichen in Nachrodt wollen jetzt auch neuere, deutlich schlichtere, Bestattungsformen anbieten. Die erste sichtbare Veränderung wird schon in diesem Jahr im unteren Friedhofsgelände auf der linken Seite vorgenommen. Dort wird ein Feld für so genannte Wiesenreihengräber freigegeben. Hier steht den Angehörigen dann nur noch ein Viertel der Grabfläche für eine eigene Bepflanzung zur Verfügung. Damit will man dem Wettbewerb Rechnung tragen, in dem der Friedhof „unweigerlich steht“, so Stiebing. Größere Kommunen in der Nachbarschaft bieten Preise für Bestattungen an, die für die Nachrodter Gemeinde nicht machbar sind.

Die größten Veränderungen werden die Nachrodter in den nächsten Jahrzehnten auf der vom Eingang aus kompletten rechten Seite des Friedhofsgeländes sehen. Dieser Bereich soll gänzlich in Wiesenreihengräber umgewandelt werden. Das bedeutet für die jetzt belegten Grabstellen, das eine Verlängerung über die üblichen 30 Jahre Ruhezeit nicht mehr möglich ist. Bestehende Bestattungsrechte bleiben natürlich in Kraft. Das heißt das zum Beispiel, dass Ehepartner noch in der Familiengrabstätte beigesetzt werden können. Eine besondere Regelung hat die Gemeinde für Grabstätten vorgesehen, die in diesem Bereich, schon vor dem Ende der Ruhezeit nach Wunsch der Besitzer aufgegeben werden sollen. „Auf der rechten Seite nehmen wir alles zurück was geht.“, sagte Stiebing. Dabei müssen die Angehörigen allerdings den Rückbau der Grabstelle selbst tragen und organisieren.

Das bedeutet für die Hälfte der Friedhofareals schon in den kommenden Jahren einige Veränderungen. So werden Pflegearbeiten nach und nach eingestellt. Nicht mehr benötigte Wege werden aufgegeben. Somit können den Besuchern Umwege entstehen. Zuvor war den Anwesenden auch die neue Gebührenordnung vorgestellt worden. Hier gab es nur kleinere Veränderungen.- ds

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