„Kleinvieh macht auch Mist“

Online-Spenden für Kulturschock und Kindergarten

Ronny Sachse hofft auf weitere Spenden für Projekte aus Nachrodt-Wiblingwerde.

Nachrodt-Wiblingwerde - Aktueller Projekt-Spendenstand: 97,67 Euro. Das sind zwar keine Reichtümer für die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Wiblingwerde, aber „Kleinvieh macht auch Mist.“ Das Geld stammt aus dem „Bildungsspender.“

Dabei handelt es sich um ein Online-Spendenprojekt, bei dem Menschen beim Kauf direkt für einen guten Zweck Geld spenden können – ohne selbst etwas zu bezahlen. Jetzt ist auch der Kulturschock aufgesprungen. Allerdings hat er sich bei einem anderen Portal angemeldet: „bei AmazonSmile“.

„Es gibt ja viel Kritik an Amazon. Ich denke, sie wollen ihr Image aufpolieren“, schmunzelt Ronny Sachse und ist sehr angetan von der neuen Möglichkeit, finanzielle Unterstützung für den Nachrodt-Wiblingwerder Verein zu bekommen. Denn: Kunden können bei jedem Einkauf ein halbes Prozent des Einkaufspreises an eine soziale Organisation spenden. Das Geld bezahlen nicht sie, sondern Amazon – und auf die Einkaufspreise habe das keine Auswirkungen, verspricht das Unternehmen.

Unterstützung ist online möglich

„Wir haben den Kulturschock dort registriert. Wer auf smile.amazon.de geht, bekommt zunächst fünf große Organisationen angezeigt, für die man spenden kann. Dann kann man aber über die Postleitzahl oder den Namen der Organisation, die man unterstützen möchte, direkt auf das gewünschte Projekt kommen“, erklärt Ronny Sachse. Auch auf der Internetseite des Kulturschocks wurde unter dem Punkt „Spenden“ ein Button installiert, damit Interessenten direkt verbunden werden.

„Ich finde, es ist ein tolles Projekt. Natürlich weiß ich nicht, wieviel für den Kulturschock dabei ‘rumkommt, aber das spielt keine Rolle. Jede gemeinnützige Organisation hat es doch verdient, unterstützt zu werden. Vielleicht ist es auch etwas für das Gartenhallenbad oder andere Vereine in der Gemeinde“, rührt Ronny Sachse die Werbetrommel. „Viele Menschen kaufen bei Amazon, da kann schon etwas in die Kasse kommen.“ Fakt ist: Von allein passiert nichts. „Man kann aber zum Beispiel eine App herunterladen, die beim Stöbern bei Amazon an den guten Zweck erinnert.“

Übrigens: Amazon hat die Kooperation mit allen Charity-Plattformen zum 30. September vergangenen Jahres beendet und ist mit „AmazonSmile“ eigene Wege gegangen. Kritiker behaupten, dass Amazon mit dem neuen Portal weniger für soziale Projekte als früher ausgebe. Zuvor war Amazon auch beim Bildungsspender dabei, den die Wiblingwerder Kirchengemeinde nutzt. Beim Bildungsspender stellen sich die Organisationen, die gern Spenden bekommen möchten, intensiver vor. So heißt es dort zum Beispiel: „Wir sammeln, damit die Trägerschaft für die Kindertageseinrichtung in den Händen der Ev. Ref. Kirchengemeinde Wiblingwerde bleiben kann.“

Beim Einkauf automatisch spenden

Wer dafür spenden möchte , muss sich online auf www.bildungsspender.de/wib-kids einloggen und von dort seinen Einkauf fortsetzen. Bei einem Einkauf bei 1500 Partnershops gibt es automatisch eine Spende für den Kindergarten. Üblich sind Provisionen von zwei bis zehn Prozent des Kaufpreises, 90 Prozent erhält dabei die ausgewählte Einrichtung, zehn Prozent die Gesellschaft Bildungspender. 7200 soziale Projekte nehmen teil, die mittlerweile insgesamt 5.566.265,02 Euro sammeln konnten. Übrigens: Aus Nachrodt-Wiblingwerde hat sich nur die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde dort angemeldet.

Anders bei „AmazonSmile“: Da haben sich bereits der Kulturschock, der DRK Ortsverein Altena-Nachrodt-Wiblingwerde, das Sozialwerk Westfalen und der Blaues Kreuz-Diakonieverein angemeldet. Wer sie unterstützen möchte, wählt beim ersten Besuch bei smile.amazon.de eine Organisation aus, der 0,5 Prozent des Wertes der Einkäufe gutgeschrieben werden. Amazon speichert die Auswahl. Kleiner Haken: Nicht durchgehend alle Produkte sind für eine Spende „qualifiziert“.

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