Zwei Stimmen für die Liebe

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Europawahl: Auszählung im Amtshaus

Nachrodt-Wiblingwerde – „Oh meine Güte, da wird mir schlecht.“ SPD-Ratsherr Aykut Aggül betrachtete fassungslos das Ergebnis der AFD im Wahlbezirk Grundschule Nachrodt: 19,82 Prozent. Und auch sonst hatte der Sozialdemokrat im Amtshaus  wenig Grund zur Freude an der Europawahl.

Seine Partei verlor im Vergleich zu 2014 satte 16,97 Prozent – und landete auf Platz 2 mit 20,99 Prozent der Stimmen hinter der CDU mit 31,23 Prozent. Auch die Christdemokraten verloren, allerdings „nur“ 6,17 Prozent. Die Grünen sind stark in Nachrodt – obwohl sie gar nicht vor Ort vertreten sind, machten 16,52 Prozent der Wähler ihr Kreuzchen für sie – in der Sekundarschule erreichten sie gar 21,10 Prozent, fast gleichauf mit der SPD (21,97 Prozent).

 Die AFD hatte übrigens nur in der Grundschule „einen Ausschlag nach oben“, pendelte in den anderen Wahlbezirken zwischen neun und 14 Prozent und „endete“ bei 11,28 Prozent. Die Linke fand in der Doppelgemeinde eher wenig Unterstützung – exakt 3,35 Prozent Zustimmung.

Dagegen gab es nicht wenige Kreuzchen bei den „Sonstigen“ (9,32 Prozent), darunter das Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit (16 Stimmen) die Familienpartei (27) oder die Tierschutzpartei, die 61 Stimmen erobern konnten. Die „Menschliche Welt“ für das Wohl und Glücklichsein aller bekam aus Nachrodt-Wiblingwerde eine Stimme – die „Liebe“, die sich unter anderem Hochzeitsoutfits für Paare wünscht, erntete zwei Stimmen.

Insgesamt gaben 2829 Wähler und Wählerinnen – von 4821 Wahlberechtigten – ihre Stimme ab. Darunter waren 1000 Briefwähler. Die Wahlbeteiligung konnte sich mit 58,68 Prozent durchaus sehen lassen und gehörte im Märkischen Kreis zum oberen Mittelfeld.

 42 Wahlhelfer waren  im Einsatz, darunter viele Neulinge. Britta Stefan und Marco Zydek wurden zum Beispiel von Klaus-Dieter Jacobsen in der St. Michaels-Kapelle in das Ehrenamt eingeführt. „Ich finde es gut, etwas für die Gemeinde zu tun“, meinte der 18-jährige Marco. Im Amtshaus war erstmals Maik Grothmann dabei, der sich in der fröhlichen Truppe gut aufgehoben fühlte. Besondere Zwischenfälle gab es nicht. Ein Wähler hechtete kurz vor 18 Uhr noch ins Amtshaus mit einer ungeöffneten Wahlbenachrichtigung. Manche hatten diese auch komplett vergessen und konnten nach Vorzeigen der Ausweispapiere ihre Stimme abgeben. Die Wahlhelfer zeigten sich allerorts sehr hilfsbereit. Einer Dame, die fast nichts mehr sehen konnte, wurde der Wahlzettel vorgelesen.

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