Benötigen die Schüler heute Faszienrollen?

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Im Sportausschuss: Marion Kreuder-Rathmann und Jens Philipp Olschewski.

Nachrodt-Wiblingwerde - Man kann überall tagen – auch in ungemütlichster Umgebung. Aber vielleicht war es das letzte Mal, dass die Mitglieder des Sportausschusses im arg renovierungsbedürftigen Vorraum der Lennehalle diskutierten – soll er doch mit Fördermitteln im kommenden Jahr – endlich – im ganz neuen Glanz erstrahlen – inklusive neuer Tische und Stühle.

Interessant war die Sitzung aber allemal. Etatberatungen sind immer komplex. Glaubt man gerade, das Zahlenwerk einigermaßen verstanden zu haben, gibt es Neuigkeiten. „Wir haben die Gasversorgung für die Jahre 2019 /2020 neu ausgeschrieben. Wir hatten ursprünglich für alle gemeindeeigenen Liegenschaften 84000 Euro veranschlagt. Doch jetzt sind wir bei 97000 Euro. Das sind rund 13000 Euro mehr“, so Bauamtsleiter Dirk Röding. Wie sich die Summe auf die einzelnen Gebäude verteilt, ist noch nicht bekannt. Der Ansatz Heizkosten muss also angepasst werden. Einfluss hat man darauf nicht – entsprechend wurde die Erhöhung ohne Diskussion im Sportausschuss zur Kenntnis genommen. Allerdings werden sich die gestiegenen Preise natürlich auch im Gesamtergebnis niederschlagen. „Aber wir haben Verbesserungen bei den Schlüsselzuweisungen“, so Kämmerin Gabriele Balzukat. 35000 Euro mehr Ertrag wird es für die Gemeinde geben.

Als Tischvorlage gab es höchst interessante Zahlen für die Ausschussmitglieder um Annegret Klatt. Die Belegungszeiten der Lennehalle, der Turnhalle Holensiepen, der Turnhalle Wiblingwerde und des Mestekämper-Stadions, die im Haushaltsentwurf nur mit den bezahlten Stunden angegeben waren, sind nun vollständig – also auch mit den Stunden der Kinder und Jugendlichen angegeben, die keine Benutzungsgebühr bezahlen. „Die Belegungszeiten waren auf den ersten Blick massiv eingebrochen. Und das stimmt natürlich nicht“, so Gabriele Balzukat. Die Erträge sind aber ins Bodenlose gefallen. Beispiel Lennehalle: 2016 gab es eine Belegungszeit von 1098 Stunden und einen Ertrag von 7124,13 Euro. 2017 ist die Belegung auf 1256,50 Stunden gestiegen – bei einem Ertrag in Höhe von nur noch 3827,50 Euro, da Kinder und Jugendliche kostenfrei trainieren dürfen. Dementsprechend haben sich auch die Erträge in der Turnhalle von 6076,74 Euro in 2016 auf 3474,80 Euro fast halbiert.

„Wir wissen nicht, wohin damit“ 

Richtig spannend wurde es im Sportausschuss, als es um das Thema „Geräte“ ging. Wo werden welche Geräte für den Sport benötigt? „Wir sollten ein Brainstorming mit den Vereinen machen“, schlug Jens Philipp Olschewski, Fraktionsvorsitzender der CDU, vor. Die Sportausschuss-Vorsitzende Annegret Klatt erwiderte: „Die Vereine können sich jederzeit bei mir oder bei der Gemeinde melden.“ Mit anderen Worten: Hinterher laufen, das möchten einige nicht – und andere augenscheinlich schon.

Grundsätzlich werden alle Geräte jährlich überprüft. Aber sind die Sportgeräte auch noch zeitgemäß? „Vor ein paar Jahren haben wir Pferdsprung gemacht. Heute brauchen die Kinder vielleicht Faszienrollen“, gab Klaus-Dieter Jacobsen (CDU) zu bedenken. Ein Problem ist allerdings der Platzmangel. „Wir wissen nicht, wohin damit“, so Bauamtsleiter Dirk Röding. Gerade in der Turnhalle gibt es ein großes Problem mit der Lagerung und Beschwerden, dass die Schüler erst alles andere herausholen müssen, um an ihre Geräte zu kommen.

Die SPD-Mitglieder im Sportausschuss wollten gern den Etat für Geräte erhöhen.

 „Wissen die Vereine und Schulen denn, dass sie sich an die Gemeinde wenden können“, fragte Aykut Aggül (SPD). Er hätte das damals als Schüler nicht gewusst, als er mit kaputten Federbällen gespielt habe. „Die Schulen wissen das. Die Kommunikation findet statt“, meinte die Kämmerin.

Aykut Aggül wollte für die SPD den Antrag stellen, dass der Etat für Geräte-Anschaffung ordentlich aufgestockt wird – auf 5000 Euro. Doch es gibt verschiedene „Töpfe“, wie die Kämmerin erklärte. Einer ist für kleinere Anschaffungen. „Das müssen wir nicht aufstocken, da haben wir die 1000 Euro nie ausgegeben. Höherwertige Dinge, wie Matten, müssten investiv veranschlagt werden – aus dem Topf ‘Auszahlungen für den Erwerb von beweglichem Anlagevermögen’“. Und dort sind 38500 Euro – auch für Tische, Stühle und die Anschaffung einer Reinigungsmaschine. Dieser Ansatz wurde dann auf 41500 Euro aufgestockt, um auch eine analoge Uhr für die Lennehalle und eine Spielstandsanzeige anschaffen zu können. Eine Hin- und Her-Diskussion beendete Christiane Lange (UWG): „Wenn etwas im Argen liegt, können sich die Vereine doch gerne melden. Wenn sie nicht kommen, haben sie Pech gehabt.“

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