Die ersten Stücke liegen schon bei einem Verlag

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Jocelyne Kunzer aus Hinterveserde liest nicht nur gern und viel. Sie schreibt auch selbst – mit 17 Jahren liegen ihre ersten Werke jetzt einem Verlag vor.

„Ich liebe Goethe und Shakespeare“, erzählt die 17-Jährige. „Die meisten der Werke habe ich schon mehrfach gelesen.“ Auch Joan K. Rowlings „Harry Potter“ fand sie toll. Einen der ersten Romane dieser Reihe las sie schon, als sie sich noch im Vorschulalter befand. „Na, ja,“ schmunzelt Kunzer. „Lesen ist vielleicht ein bisschen übertrieben.“ Aber das Vorlesen gefiel ihr auch nicht mehr und so wollte sie halt versuchen, die „komischen Buchstaben“ selbst sinnvoll aneinander zu reihen.

So wurde aus ihr schnell eine echte „Leseratte“ und das hatte offenbar Einfluß auf ihr jetziges Hobby. Denn Kunzer schreibt Kurzgeschichten. Und das wohl mit Erfolg. Denn sie legte einen Teil ihrer Werke ihrer Lehrerin zur Korrektur vor. Diese war vom Inhalt der Geschichten und vom Schreibstil so angetan, dass sie diese Geschichten einer Freundin weitergab, die Verbindungen zum Klett-Verlag hat. In dem Schulbuchverlag will man nun prüfen, ob möglicherweise die ein oder andere Geschichte berücksichtigt werden kann. „Wenn nicht“, so Kunzer, „ist das gar nicht schlimm. Aber immerhin. Die haben meinen Namen dort schon einmal gelesen.“

Ihr schriftstellerisches Schaffen begann, geprägt durch ihre Kindheit, eigentlich mehr ganz profan. Sie wartete am Bahnhof in Hohenlimburg auf ihren Bus, um von der Schule aus nach Hause zu fahren. Dabei fiel ihr ein Passant auf, der gerade einem Taxi entstieg und ebenfalls zum Bahnhof wollte. Sie notierte sich den Vorfall auf einem Block und schrieb kurze Zeit später ihre erste Kurzgeschichte über „den Mann, der sich ein Taxi leisten kann“.

Solche Inspirationen sind wichtig für die Jungautorin. Stets beobachte sie Menschen, wenn sie unterwegs sei, schildert sie. In ganz normalen Alltagssituationen. Fällt ihr – sozusagen nach dem Zufallsprinzip - jemand ganz besonders ins Auge, verfasst sie in der Regel eine –natürlich erfundene- Geschichte um diese Person. Die Schwierigkeit dabei sieht Kunzer darin, eine reale Person zu beschreiben und sie mit einer fiktiven Handlung zu verknüpfen. Mit einer Geschichte, von der sie sich vorstellen könnte, dass sie zu dieser Person passen könnte.

Die Werke Kunzers sind häufig sehr gefühlsbetont, insbesondere ihre Liebesgeschichten. Auch sonst haben Schreiben und Emotionen bei ihr viel miteinander zu tun: „Wenn ich einmal Frust habe, streite ich mich nicht sondern schreibe ihn mir von der Seele.“

Ob sie später einmal den Beruf der Schriftstellerin ausüben wird? „Ich weiß noch nicht“, sagt die Hobbyautorin. Denn zunächst plane sie, nach dem Abitur Englisch, Literatur und Geschichte zu studieren. „Möglichst auf Lehramt“, sagt Kunzer. Sie wolle aber nebenher noch als Autorin tätig sein. „Vielleicht klappt es ja tatsächlich einmal, dass sich ein Verleger für meine Werke interessiert“, sagt sie. „Das wäre natürlich traumhaft“.

Realistisch bleibt sie trotzdem. „Es gibt zwar viele Bestseller-Autoren, die ihren ursprünglich erlernten Beruf nicht mehr ausüben. Aber ob ich irgendwann einmal dazu gehören werde, weiß ich beim besten Willen heute noch nicht.“

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