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Corona: Belastende Situation mit vielen Emotionen

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Sehr angespannt: Kinder und Lehrer der Grundschule Nachrodt-Wiblingwerde
Sehr angespannt: Kinder und Lehrer der Grundschule Nachrodt-Wiblingwerde © Privat

Sie machen alle zehn Kreuze, dass die erste Schulwoche im neuen Jahr geschafft ist: Lehrer, Eltern und Kinder der Grundschule Nachrodt-Wiblingwerde sind gleichermaßen gestresst. Das Warten auf die täglichen Testergebnisse ist nervenaufreibend. Fünf Kinder sind infiziert.

Nachrodt-Wiblingwerde – „Wir sind froh, dass wir gut durchgekommen sind. Aber es ist für alle eine belastende Situation mit vielen Emotionen“, sagt Schulleiterin Carsta Coenen. Insgesamt sind aktuell „nur“ fünf Kinder infiziert, wobei die Erkrankung bei drei Kindern im privaten Rahmen, bei zwei Kindern der Klasse 1 Wiblingwerde durch Testungen in der Schule entdeckt wurden.

Doppelte Lolli-Tests

Die Lolli-Tests werden seit dieser Woche morgens doppelt durchgeführt, zum einen für die Pool-Untersuchung, zum anderen für die Einzeluntersuchung, sollte im Pool eine Infizierung festgestellt werden. Und das dauert. Besonders bei den Kleinen rauben die zweifachen Testungen mehr als eine halbe Stunde zu Unterrichtsbeginn – von der Erklärung der Durchführung bis zur Beschriftung der Röhrchen.

Zum Schulstart nach den Ferien wurden alle Kinder am Montag getestet. Sodann gilt: Montags und mittwochs werden die Kinder der Klassen 1 und 2, dienstags und donnerstags die Kinder der Klassen 3 und 4 getestet. Nicht nur bei den Lehrer ist die Anspannung groß, auch bei den Grundschulkindern, an denen die Sorgen um die durch die Decke gehenden Infektionszahlen nicht vorbeigehen. Im Gegenteil.

Labor in Iserlohn ist schneller

Für Lehrer und Eltern ist das größte Problem das Warten auf die Ergebnisse. „Die Wiblingwerder haben da leichte Vorteile. Sie bekommen meist abends die Ergebnisse“, sagt Carsta Coenen. Das Labor in Iserlohn ist augenscheinlich erheblich schneller als das in Leverkusen, wo die Tests aus Nachrodt untersucht werden. Ergebnisse kommen oft erst mitten in der Nacht. „Da kann man den Mitarbeitern gar keinen Vorwurf machen. Sie können auch nicht mehr als arbeiten“, zeigt Carsta Coenen Verständnis.

Ergebnisse kommen mitten in der Nacht

Doch was nützt es, wenn um 3.50 Uhr eine Meldung eintrudelt? „Wir geben Eltern abends um 22 Uhr Bescheid, wenn noch kein Ergebnis des Pools vorliegt. Die Eltern bekommen eigentlich auch selbst eine Nachricht vom Labor. Doch wenn keine kommt, gehen sie davon aus, dass der Pool negativ ist. Das muss aber nicht sein, und so versuchen wir ergänzend zu informieren“, erzählt Carsta Coenen wie ihre Abend- und Nachtstunden aussehen. Bis 1 Uhr bleibt sie am Handy, dann morgens wieder ab 5 Uhr. Das gilt auch für Konrektor Florian Rosenthal und zwei Lehrkräften, die ebenfalls eingebunden sind.

„Es ist ja, wie es ist“

„Es ist ja, wie es ist“, versucht Carsta Coenen die Ruhe zu bewahren. Das Kollegium kämpft damit, die notwendigen Testungen als alltäglichen Bestandteil einzubauen und gleichzeitig einen normalen Schulalltag zu ermöglichen, „es ist nur tatsächlich nicht vergleichbar mit den Zeiten vor Corona.“ Was bleibt, ist die Hoffnung auf eine Entspannung im Frühjahr, wenn auch das Lüften der Klassenräume nicht mehr zu einer „Eiszeit“ führt.

Kistenpacken in Wiblingwerde

Die Wiblingwerder Kinder beginnen übrigens jetzt mit dem Kistenpacken. Wann der große Umzugstag in die Container gegenüber stattfindet, steht noch nicht fest. Der Umbau der Grundschule startet bald. „Es geht voran. Und das ist doch schön“, sagt Carsta Coenen.

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