Erste-Hilfe-Kurs in der Kita

Kinder retten "kopflose" Anne

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Kinder und Eltern üben die Herzdruck-Massage.

Nachrodt-Wiblingwerde – Anne war am Ende kopflos. Und Beine hatte sie ohnehin nicht. Kein Wunder also, dass  sie beatmet werden musste: Die Kinder machten den Eltern vor, wie es geht.

In der Awo-Kita gab es einen Erste-Hilfe-Kurs mit Ärztin Nathalie Bormann. Anderen im Notfall zu helfen, das sollte eigentlich die natürlichste Sache der Welt sein. Nicht nur für Erwachsene. 

Auch Kinder können helfen – wenn sie denn wissen wie. Atmet Anne noch? Und woher kann man das wissen? „Halte dein Ohr an den Mund“, erklärte Nathalie Bormann. Die neugierigen Kinder ließen sich nicht lange bitten und versuchte, Anne wiederzubeleben. 

„Wenn ihr anfangt, dann schämen sich die Erwachsenen und helfen euch“, meinte Nathalie Bormann. Denn eine Wiederbelebung ist ein Kraftakt. Kaum zu schaffen für Kinder. Und auch für Erwachsene höchst anstrengend. 

Atmet Anne noch? Mit dem Ohr am Mund hört man es.

100 Mal pro Minute muss auf Brustwarzen-Höhe gedrückt werden – am besten nach einem Takt von „Stayin’ Alive“ oder „Atemlos“ von Helene Fischer. Angst und Unsicherheit halten viele davon ab, im Notfall Erste Hilfe zu leisten. 

100 bis 120 Beats richtig

Musik im Kopf – am besten Songs mit 100 bis 120 Beats pro Minute – helfen, die Nervosität und den Rhythmus bei der Herzdruckmassage in den Griff zu bekommen. Dabei sollte die Kraft aus den Schulterblättern genutzt werden. 

Die Mütter der Awo-Kinder übten ebenso begeistert mit wie die Kinder selbst. „Wenn Sie Hilfe benötigen, rufen Sie Feuer. Und sprechen Sie die Umstehenden direkt an. Nicht ,Kann mal jemand kommen?‘, sondern ,Sie mit dem grünen Pullover: Lösen Sie mich bitte ab‘“, erklärte die Seminarleiterin, wie man im Notfall tatsächlich Unterstützung bekommt.

Ein Reim zum Notruf

Schon im Vorschulalter kann der Nachwuchs Leben retten – in dem das Kind beispielsweise auch weiß, wie man einen Notruf richtig absetzt. „Die Nummer ist 112“, rufen die Awo-Kinder, die beim Kurs gelernt haben, was man am Telefon sagen muss, was unbedingt wichtig ist. Wo ist etwas passiert? Was ist passiert? Gibt es Verletzte? Und ganz wichtig: Warten, was der Feuerwehrmann am anderen Ende der Leitung fragt. Die Notrufnummer ist für Kinder ganz einfach zu merken: „1 1 2 – Was ist denn schon dabei?“ 

Zum Ende des Kurses wurde die stabile Seitenlage geübt. Da war „Anne“ dann raus, schließlich hat sie keine Beine. Die Kinder spielten den Patienten, der mit guter Technik und wenig Kraft auf die Seite gebracht wurde.

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