Hotels im Visier von Einbrechern? So reagiert Polizei auf Holzrichter-Kritik

+
Das Schlosshotel rückte ins Visier von Einbrechern.

Nachrodt-Wiblingwerde – Thomas Holzrichter ist sauer. Kurz vor Ostern wurde im Schlosshotel Holzrichter in Veserde eingebrochen. Der Hotelier wundert sich über das Vorgehen der Polizei.

„Ganz offensichtlich gab es eine Einbruchsserie in Hotels und Gaststätten. Ich hätte es schon gut gefunden, wenn man uns im Vorfeld einmal informiert hätte und vielleicht in irgendeiner Form seitens der Polizei reagiert hätte“, sagt Holzrichter. 

Zuvor sei bereits in andere Gaststätten und Hotels im Umkreis eingebrochen worden. Unter anderem in die Pizzeria in Wiblingwerde.

„Wenn man das doch weiß, dann kann man doch vielleicht zwei Mal in der Nacht eine Streife an den Hotels und Gaststätten vorbeischicken oder den Inhabern einmal sagen, das etwas im Gange ist und höhere Wachsamkeit angebracht ist“, kritisiert Holzrichter. 

So sei einen Tag nach dem Einbruch in Veserde auch in Lössel eingebrochen worden. Bei einem Gespräch in der zuständigen Wache in Plettenberg habe man Holzrichter auch bestätigt, dass es sich vermutlich um eine Bande handle. 

Die enge Personaldecke sowie fehlende Absprachen aufgrund der daraus resultierenden zeitlichen Probleme führten allerdings dazu, dass so eine Warnung nicht erfolgen könne.

 „Wir haben kein Serien-Problem"

Holzrichter: „Ich möchte nicht die diensthabenden Beamten kritisieren. Die können auch nicht mehr als arbeiten. Vielmehr geht es darum, dass das Sicherheitsbedürfnis offensichtlich aufgrund fehlender personeller Ressourcen nicht mehr gedeckt werden kann.“ 

Polizeisprecher Marcel Dilling widerspricht dem. „Ja, wir haben Personalengpässe, aber das hat keine Auswirkungen auf die Arbeit in diesem Fall“, betont Dilling.

Natürlich gebe es Absprachen. Insbesondere im Bereich Einbruch-Diebstahl. „Wir müssen zunächst zurückhaltend sein. Es müssen genügend Anhaltspunkte vorhanden sein, damit wir auch an den Bürger herantreten. Wir wollen schließlich auch keine Unruhe“, erklärt Dilling. 

In diesem Fall seien keine Anhaltspunkte auf eine Serie gegeben. Nach Dillings Aufzeichnungen gab es im April zwei Einbrüche in Hotels und fünf in Gaststätten kreisweit.

„Wir haben kein Serien-Problem, keine erkennbare Häufung“, betont Dilling. Wenn eine Serie erkennbar sei, werde selbstverständlich gehandelt. „Wenn solch eine Häufung auftritt, wie im vergangenen Jahr in Menden und Balve mit Wohnungseinbrüchen, würden wir das selbstverständlich auch offensiv kommunizieren.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare