Keine Brandblasen mehr

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Die zufriedenen Gesichter der Besucher sprechen Bände. Das Wiblingwerder Erntedankfest ist überaus beliebt.

Nachrodt-Wiblingwerde - So ganz genau weiß niemand, seit wann das Erntedankfest des Heimat- und Verkehrsvereines Nachrodt-Wiblingwerde (HVV) stattfindet. „Das müsste ich mal in alten Aufzeichnungen nachschauen“, sagt der zweite Vorsitzende, Herrmann Boshe-Plois.

„Aber so an die 30. Veranstaltung dürfte dies heute schon sein.“ Die Veranstaltung musste im übrigen „vorverlegt“ werden. Denn das eigentliche Erntedankfest wird erst am ersten Sonntag im Oktober gefeiert. „Das hängt damit zusammen“, erklärt Boshe-Plois, „dass unsere Pfarrerin für zwei Gemeinden zuständig ist. Sie betreut zum einen die Gemeinde in Hohenlimburg und auch die in Wiblingwerde.“ Und da am ersten Sonntag jeden Monats der Gottesdienst in Hohenlimburg abgehalten wird, passten sich die Wiblingwerder kurzerhand dem Dienstplan ihrer Pfarrerin an und begingen schon am Sonntag ihr Erntedankfest. Es fand, wie in jedem Jahr, auf dem Platz vor der Heimatstube statt. Trotz zahlreicher weiterer Veranstaltungen im näheren Umkreis konnte der HVV mit dem Zulauf der Gäste zufrieden sein. Und die viele Arbeit, die die Mitglieder des Vereines in die Durchführung gesteckt hatten, hat sich unter dem Strich gelohnt. Auch in diesem Jahr wurden frische Waffeln angeboten. Hier traten dann auch schon kurz nach Beginn die ersten Versorgungsengpässe auf. Denn die Waffeln wurden schneller verköstigt, als sie gebacken werden konnten. Gleich nebenan am Grill ging es zunächst etwas ruhiger zu. Doch dann nahte die Mittagszeit. Und damit wurden der HVV dank eines neu erworbenen Gasgrills locker fertig. „Erstens schmecken die Würstchen genau so gut wie vom Holzkohlegrill. Zweitens geht es sehr viel schneller. Und drittens kommen wir hier nicht mehr so in´s Schwitzen wie früher.“ Denn der alte Holzkohlegrill war nach hinten hin offen. Da gab es nach Beendigung einer Veranstaltung schon mal Brandblasen am Bauch zu beklagen.

Schräg gegenüber befand sich der Reibekuchenstand. Auch hier war der Zulauf groß. Insgesamt 35 Kilogramm Teig wurden verarbeitet. Um eine solche Menge herstellen zu können, bedienten sich die „Reibeplätzchenbäcker“ eines einfachen Tricks. Man nehme: Einen guten Teil vorgefertigten Teiges, verfeinere ihn mit viel Eiern und anderen – geheimen – Zutaten. Das Ganze fülle man in eine Kinderbadewanne. Dann bestücke man eine Schlagbohrmaschine mit einem Betonquirl. „Das geht echt super und schnell“, schmunzelt Boshe-Plois. „Der Teig ist in ein paar Minuten fertig“. Mit im Boot war auch noch der Männergesangverein Wiblingwerde, der die Veranstaltung musikalisch begleitete. Der Waldkindergarten bot selbst gefertigte Herbstdekoration und Marmeladen an. Der evangelische Kindergarten zeichnete für die Kinderbetreuung verantwortlich. Dort konnte, unter Anleitung der Leiterin Martina Fischer unter anderem gebastelt werden. Von einem kleinen Wermutstropfen berichtete der zweite Vorsitzende allerdings schon. Bislang war es so, dass man anlässlich des Erntedankfestes selbst gemachtes Sauerkraut bestellen konnte. Der Hersteller des Sauerkrautes, Dieter Feige, hat sich allerdings aus gesundheitlichen Gründen von dieser Aufgabe gelöst. Es wird ein Nachfolger gesucht. Alles, was man zur Herstellung des Sauerkrautes benötigt, wird selbstverständlich gestellt. -  Von Hartwig Bröer

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