Erneuerung von Leiterseilen entlang der Nord-Süd-Trasse von Enervie

Gerüste zum Schutz

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Die Gerüste beiderseits der Landstraße verhindern im unwahrscheinlichen Ernstfall einen Sturz der Leiterseile auf den Boden und schlimmstenfalls auf ein vorbeifahrendes Auto.

Nachrodt-Wiblingwerde - Merkwürdige Gerüste sind am Abzweig Eilerde an der Landstraße von Nachrodt nach Wiblingwerde gelandet: Ihre Position unter den Hochspannungsleitungen der Nord-Süd-Trasse von „Enervie vernetzt“ weist auf den Grund ihrer Ankunft hin. Es handelt sich um Schutzgerüste, die die Straße vor möglicherweise herabfallenden Leiterseilen schützen sollen.

 Dieser Fall sei aber eher unwahrscheinlich, erklärt Andreas Köster, Pressesprecher der Enervie-Gruppe. Es handele sich nur um eine Vorsichtsmaßnahme, weil in den kommenden Wochen die Erneuerung der Leiterseile, Isolatoren und Armaturen zwischen Altena und Wiblingwerde beginnen soll.

Das Herunterfallen der Seile sei dabei nicht vorgesehen, könne aber auch nicht 100-prozentig ausgeschlossen werden. Die Gerüste beiderseits der Straße verhindern im unwahrscheinlichen Ernstfall einen Sturz der Seile auf den Boden und schlimmstenfalls auf ein vorbeifahrendes Auto. Erbaut wurde die 22 Kilometer lange Nord-Süd-Trasse im Jahr 1964.

Seit 2006 wurden für 30 Millionen Euro 335 Masten auf ihre Standsicherheit untersucht und saniert oder erneuert. „Die Masten sind auf einem guten aktuellen Stand“, erklärt Andreas Köster. Ergänzend werden nun neue Leiterseile installiert. Die Maßnahme begann am 23. April in Werdohl-Elverlingsen.

Seitdem kam die beauftragte Fachfirma aufgrund des guten Wetters zügig voran und nähert sich dem Abschnitt auf den Höhen bei Wiblingwerde. Um den Stromfluss aufrechterhalten zu können, werden zunächst nur die Seile auf der rechten Seite der Trasse erneuert - gemessen an der Blickrichtung des sich immer weiter in Richtung Hagen-Garenfeld voranbewegenden Bautrupps.

Ist dieser dort angekommen, wendet er sich erneut nach Süden und erneuert die alten Seile auf der rechten Seite zurück bis Elverlingsen, während der Strom bereits durch die neuen Seile auf der anderen Seite fließt. Geht alles gut, sollen die Arbeiten bis zum Herbst abgeschlossen sein.

Für ein Investitionsvolumen von fünf Millionen Euro werden dann insgesamt Seile mit einer Gesamtlänge von 400 Kilometer zwischen den 70 Hochspannungsmasten erneuert sein. Für die Versorgungssicherheit im Gebiet des regionalen Verteilnetzbetreibers „Enervie vernetzt“ sei die Trasse wichtig, erklärt Andreas Köster. „Das Verteilnetz muss erhalten bleiben.“ Es reicht von Herdecke im Norden bis Plettenberg und Meinerzhagen im Süden und ist etwa 1000 Quadratkilometer groß.

Mit der Stromautobahn, die eines Tages Windstrom von der Küste in Deutschlands Süden transportieren soll, habe diese regionale Nord-Süd-Trasse nichts zu tun. Betrieben wird sie auch von der Deutschen Bahn, die sich an den Kosten der Erneuerung beteiligt. Ihre Leiter stehen allerdings „nur“ unter einer Spannung von 110 Kilovolt.

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