Wer im Alter fit sein will, muss früh Weichen stellen

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Diplom-Ökotrophologin Svenja Schweizer verriet den Frauen, mit welchen kleinen Tricks man für eine gesunde Ernährung sorgen kann.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Fitbleiben im Alter fängt in der Jugend an. Das erklärte Diplom-Ökotrophologin Svenja Schweizer am Samstag 30 Teilnehmerinnen des ökumenischen Frauenfrühstücks im Katholischen Vereinshaus. Sie hatte einen Vortrag über ausgewogene Ernährung mitgebracht, der von den Zuhörerinnen mit großem Interesse verfolgt wurde.

Viele haben das schon erlebt: Die Konzentration ist am Boden und das Gedächtnis lässt nach. Ein Glas Wasser kann schon Wunder wirken: „Solche Symptome sind häufig auf mangelnde Flüssigkeitszufuhr zurückzuführen”, erklärte Svenja Schweizer. Aber selbst das von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Tagesminimum von anderthalb Litern schafften nicht alle. Mit einfachen Tricks könne sich jeder zum Trinken animieren: Zum Beispiel, indem zu jeder Mahlzeit getrunken werde und große Trinkgefäße verwendet würden. Die Farbe des Urins verrät, ob es genug ist: „Wenn sie gelbe Ausscheidungen haben, war’s zuwenig“, brachte es die Expertin auf eine einfache Formel.

Ein Gläschen ACE-Saft für den guten Geschmack darf es ruhig sein. In rauen Mengen, wie Schüler sie oft zum Pausenbrot zu sich nehmen, sollten diese Getränke allerdings nicht konsumiert werden aufgrund zu hoher Konzentrationen von Betakarotin-Vorstufen. Die tägliche Vitamin-Zufuhr sollte aus zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse bestehen. Buchstäblich gelte hier eine Faustregel: Eine Portion passt in eine Hand. Bei kleinstückigen Lebensmitteln wie Kirschen und geschnittenem Salat dürften es auch zwei Hände voll sein. In der Ernährungspyramide stehen diese Lebensmittel weit unten – eben weil sie Sättigung und Nährstoffzufuhr bieten, ohne dem Körper viel Fett und Zucker zuzufügen.

Die Butter will Svenja Schweizer ihren Gästen in ihrer Hemeraner Praxis gar nicht vom Brot nehmen. „Im Gegensatz zur Margarine ist sie ein natürliches Fett und braucht keine Härtemittel“, erläuterte sie. Aber natürlich sollte sie wie andere Milchprodukte und Fette in Maßen genossen werden. Bei Käse, das demonstrierte die Referentin anhand einer Verkostung, sei es lohnenswert, auf fettarme Produkte zurückzugreifen. Einen fettreduzierten Käse könne der Verbraucher auf Vollfett-Geschmacksvolumen bringen, indem er ihn eine halbe Stunde vor Verzehr aus dem Kühlschrank nehme.

Die Scheibe Brot dazu bestehe idealerweise aus Vollkorn, da die Körnerhaut hier noch sämtliche Nährstoffe an das Mehl abgeben konnte. Beim Reis, ebenfalls ein Lebensmittel aus der Familie der Kohlehydrate, könne auf Parboiled-Produkte zurückgegriffen werden: „Bei dieser Produktionsmethode werden die Nährstoffe aus der entfernten Körnerhaut ins Korn gepresst. Der Verbraucher bekommt trotzdem seinen schönen weißen Reis.“

Kartoffeln und Nudeln als Sättigungsbeilage sollten generell in Maßen verzehrt werden, aber immer noch einen höheren Anteil als Fisch, Fleisch, Wurst und Ei im Speiseplan haben. Insbesondere Wurst decke viel vom empfohlenen Tagesbedarf von 60 Gramm Fett ab. „In der Grillsaison ist der mit einer Bratwurst schon zur Hälfte aufgebraucht“, rechnete Svenja Schweizer vor.

Wo Mängel bestehen, könne der Arzt mit einer Blutuntersuchung herausfinden. In langen Wintern wie im Sauerland sei Vitamin-D-Mangel sehr verbreitet, weil die Sonne als Lieferant für diese wichtige Nährstoffquelle fehle. Über die Stränge zu schlagen, sei allerdings durchaus gelegentlich mal drin: Wer sich im täglichen Leben an einen ausgewogenen Ernährungsplan halte, der könne ab und zu auch ein Glas Alkohol oder ein Stück Kuchen genießen. „Das sind die kleinen Extras, die in der Ernährungspyramide eigentlich keinen Platz eingeräumt bekommen. Aber zum Leben gehört auch ein wenig Genuss dazu”, schloss Svenja Schweizer ihren Vortrag ab. ▪ Ina Hornemann

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