Erfrischendes Kirchen-Kabarett

Praktizierte Ökumene mit Ulrike Böhmer und Micki Wohlfahrt

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Wie heißt das Wort? „Öko-Dingsda“„Ökenemene“ oder noch anders? Was mit dem „großen gemeinsamen Haus“ der Griechen gemeint war, stand am Sonntagabend im Zentrum eines unterhaltsamen Kabarettauftritts in der evangelischen Kirche Nachrodt.

Etwa 50 Besucher waren der Einladung zur „Nacht der offenen Kirche“ gefolgt und erlebten ein ebenso unterhaltsames wie kulinarisch gastfreundliches Programm.

Fragen der Ökumene also klärte exklusiv das Kabarett-Duo aus Ulrike Böhmer alias Erna Schablewski und Micki Wohlfahrt alias Karl Koslowski in seinem Programm „Frau trifft Mann, Kuchen trifft Bier, katholisch trifft evangelisch“.

Schon die „ski“ am Namensende ließen ahnen, dass die Beiden aus dem Ruhrgebiet kamen und Fragen der interkonfessionellen Zusammenarbeit in Gemeinden zwischen Gelsenkirchen-Ückendorf und Lüdenscheid-Nord, sprich Dortmund, begegnet waren.

Tatsächlich planten die katholische Dame mit BVB-Schal und der protestantische Herr mit Schalke-Devotionalien in mehreren Sitzungen ein gemeinsames Gemeindefest. Die professionellen Gemeindehirten blieben diesen Vorbereitungstreffen dauerhaft fern – zu groß war die Versuchung, stattdessen Messwein zu verkosten, Vorträgen über Fragen der Ökumene zu lauschen und im wöchentlichen Wechsel Volkstänze des 16., 17. und 18. Jahrhunderts einzustudieren. So blieben Erna Schablewski und Karl Koslowski ohne ihre Oberhirten, als sie fachkundig den Wettbewerb der beiden größten christlichen Konfessionen austrugen.

Im Ökumene-Quartett war die katholische Dame klare Siegerin: 265 – natürlich katholische – Päpste gegen null protestantische. Ein Papamobil gegen kein Papamobil. Sieben Sakramente gegen zwei Sakramente. Eine Milliarde katholische Gläubige gegen 500 Millionen Protestanten und so weiter und so fort. Da konnte Karl Koslowski nur noch schlecht gelaunt vor sich hin granteln. „Wir wissen jetzt schon, dass wir in der einzig wahren Kirche sind“, frohlockte hingegen heils- und siegesgewiss die katholische Dame angesichts eines derart klaren Punktsieges.

Zwischen Kabarett und Musik gab es in der Pause selbstgebackene Schmalzbrote, Häppchen und Wein oder Bier – das ließen sich die etwa 50 Besucher gut schmecken, bevor ein weiterer bemerkenswerter Programmpunkt folgte.

Begleitet von Helena Blau-Svyechinska am Piano sang Vanessa Malinowski mit viel Temperament, Dynamik und Ausdruck Songs aus verschiedenen Musicals und Filmen: „Die Schöne und das Biest“, „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ und „Pocahontas“. Besonders anrührend war der Klassiker „Memories“ aus dem Musical „Cats“, den Vanessa Malinowski als Zusage sang. Zuvor hatte sie viel Beifall geerntet für ihre Fähigkeit, das Kirchenschiff mit ihrer klaren Stimme auch ohne Mikrofon aufs Feinste zu füllen.

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