Erfolgsmodell „Kochlöffel“

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Bis zu 40 Gäste kommen, wenn Giesela Gundermann (r.) zum „Kochlöffel“ bittet. ▪

NACHRODT-W‘WERDE ▪ Die Atmosphäre ist freundlich, herzlich. „Tchüss Gerdi, bis zum nächsten Mal“, ruft Giesela Gundermann einer Frau zu, als diese den Saal des Wiblingwerder Gemeindehauses verlässt. Ein Ehepaar sagt: „Es ist immer schön, aber heute war die Krönung.“

Ein Gast besteht darauf, mit einer Fünf-Euro-Note zu bezahlen – Wechselgeld, nein das will er nicht. „Sonst komme ich nicht wieder!“, droht er scherzhaft.

Seit einem Jahr gibt es jetzt den Wiblingwerder Kochlöffel. Ins Leben gerufen wurde das gesellige Mittagessen von Giesela Gundermann und ihrer Schwester Carola Jülich. An jedem letzten letzten Freitag eines Monats kochen die beiden Ruheständlerinnen einen Eintopf. Und dieses Angebot wird gut angenommen. „Am Anfang dachten wir, es kommen vielleicht 15 oder 20 Leute“, erinnert sich Giesela Gundermann – aber es sollten bis zu 40 werden. Manche Wiblingwerder bringen auch vormittags einen Topf und holen ihn dann – natürlich lecker gefüllt – wieder ab, um am heimischen Tisch zu essen. Die Eintöpfe sind beliebt, ob Graupensuppe, Grünkohl oder – wie gestern – Erbsensuppe. „Nur Linsensuppe mögen sie nicht so gerne“, plaudert die Initiatorin aus dem Nähkästchen.

Wenn „Kochlöffel“ ist, dann haben die beiden Schwestern einen langen Tag. Um 7 Uhr fangen sie an, „Feierabend“ ist erst gegen 16 Uhr. Es gibt Kaffee, den Eintopf und ein „Bütterken“, natürlich mit selbst gebackenem Brot, Schmalz oder Butter. Gestern gab es für alle Gäste zusätzlich noch etwas Süßes mit auf den Weg. Über den Preis wundert sich mancher: Pro Portion 1,50 Euro möchten die Schwestern haben – mehr nicht. Die Besucher kommen sogar aus Lüdenscheid.

Eine nette Begegnung gab es gestern – neben vielen anderen – am Rande des Treffens. Zu den Gästen zählte nämlich auch Marlene Langer, heute 83. „Sie war der erste Gast, der vor einem jahr hier durch die Tür kam“, weiß Carola Jülich.

Und was gibt es beim nächsten Mal, also am 25. Mai? So ganz sicher scheint das noch nicht zu sein. Aber die Chancen stehen gut für eine leckere „Herz-Schmerz-Suppe“ mit Saisongemüse. ▪ Von Thomas Keim

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