Rat will Wiblingwerder Schule unbedingt erhalten

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Gut besucht war die Sitzung des Gemeinderates am Montagabend in der Gaststätte Zur Rastatt. Besonders viele Zuhörer waren gekommen, um zu erfahren, wie es mit der Grundschule Wiblingwerde weiter geht.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Den Wiblingwerder Eltern, die am Montagabend in großer Zahl zur Sitzung des Gemeinderates gekommen waren, fielen reihenweise Steine vom Herzen: Der Rat will alles daran setzen, die Grundschule im Höhendorf zu erhalten. Nur die zukünftige Organisationsform der Schule ist noch offen.

Bereits in der Sitzung des Schulausschusses Anfang Dezember hatte sich abgezeichnet, dass die lokalen Politiker die kleine Grundschule in Wiblingwerde auf jeden Fall erhalten wollen, unter anderem durch die Bildung eines Schulverbundes mit der Grundschule in Nachrodt. Eine Entscheidung pro Schulverbund hatten sie nur nicht getroffen, weil sie den Schulkonferenzen beider Schulen nicht hatten vorgreifen wollen. Beide Schulkonferenzen hatten sich dann gegen einen Verbund ausgesprochen, die in Wiblingwerde hatte stattdessen die Auflösung beider Schulen und die Bildung einer neuen Grundschule mit zwei Standorten favorisiert. Diese Variante, das stellte sich nachträglich heraus, ist jedoch rechtlich nicht möglich.

Die Schulpflegschaft in Nachrodt hatte sich noch mit einem Schreiben an den Gemeinderat gewandt und die aus ihrer Sicht drohenden Nachteile eines Grundschulverbundes dargelegt. Weil ein Rektor dann für zwei Schulen zuständig sei, steige der Verwaltungsaufwand bei gleichzeitiger Zunahme des Unterrichtsausfalls, befürchten sie. Weil das Ansehen der Grundschule in Nachrodt leide, sei mit der Abwanderung von Schülern in Richtung Letmathe, Altena oder Neuenrade zu rechnen, lautet eine weitere Befürchtung.

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Susanne Jakoby zeigte am Montag das Dilemma auf, in dem sich der Rat nun befindet: Mit einer Entscheidung für den Schulverbund würde er die Grundschule in Wiblingwerde zwar retten, aber die Eltern und Lehrer gegen sich aufbringen. „Wir haben noch Beratungsbedarf“, sagte sie, machte aber unmissverständlich deutlich, dass am Ende der Beratung ein Beschluss stehen müsse, der die Zukunft der Wiblingwerder Schule sichert.

Auch CDU-Fraktionschef Peter Herbel sprach sich für den Erhalt aus und erntete mit seiner Versicherung, in der CDU wolle niemand die Schule dicht machen, spontanen Applaus der Zuhörer. Allerdings machte auch er deutlich, dass es der Zeitpunkt für eine Entscheidung noch nicht gekommen sei.

Viel Zeit können sich die Politiker allerdings nicht lassen. Darauf wies UWG-Sprecher Hans Jürgen Hohage hin, der ebenfalls eine Lanze für die Wiblingwerder Schule brach, in die die Gemeinde zuletzt viel Geld investiert habe. „Wir müssen schnell Klarheit schaffen“, forderte Hohage.

Hinter dieser Forderung steckt das Bedürfnis der Eltern, zu erfahren, wo ihre Kinder die ersten Schuljahre verbringen können. Insgeheim hofft der Rat, das Schulministerium davon überzeugen zu können, die Grundschule in Wiblingwerde wegen der besonderen Rahmenbedingungen auch mit weniger Schülern weiterführen zu können, als es im Gesetz vorgesehen ist. Danach können Schulen mit weniger als 92 Schülern nämlich nur als Teilstandorte in einem Schulverbund geführt werden. Für das Schuljahr 2013/14 rechnet die Gemeindeverwaltung mit 86 Wiblingwerder Grundschülern. Bürgermeisterin Birgit Tupat will deshalb Kontakt mit dem Ministerium aufnehmen, um auszuloten, welche Möglichkeiten es gibt.

Als sicher kann nach der Ratssitzung vom Montag gelten: Die Grundschule in Wiblingwerde wird weiter bestehen. Fraglich ist nur, ob sie als eigenständige Schule oder als Teilstandort im Verbund weitergeführt wird. Die Entscheidung darüber will der Rat in einer Sondersitzung am 14. Januar fällen, in der er sich ausschließlich mit diesem Thema befassen will. ▪ Volker Griese

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