Planungs- und Bauausschuss

Haselhuhn bringt Änderung des Flächennutzungsplan ins Wanken

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So sieht es aus, das Haselhuhn. Es wurde auf den Höhen der Gemeinde gesichtet. (Symbolbild)

Nachrodt-Wiblingwerde - Auf den Höhen von Nachrodt-Wiblingwerde wurde ein seltenes Haselhuhn entdeckt. Wie die Sichtung des Tieres jetzt die 22. Änderung des Flächennutzungsplan ins Wanken bringt und den Windkraftgegnern in die Karten spielt ...

Ein Haselhuhn wurde gesichtet. Ein Männchen. Also ein Haselhahn. 

Während der Brutzeit. Es entschwand Richtung Kyrillfläche. Auf den Höhen in Nachrodt-Wiblingwerde. Erspäht wurde auch ein zweites Tier. Doch dabei könnte es sich um eine Verwechslung handeln – mit der Waldschnepfe. 

Wie dem auch sei: Die Entdeckung des Haselhuhns könnte Auswirkungen auf die geplante 22. Änderung des Flächennutzungsplanes haben. Aber nicht nur die. 368 Einwendungen sind gegen die besagte 22. Änderung des Flächennutzungsplanes bei der Gemeindeverwaltung eingegangen – darunter viele von Mitgliedern der Bürgerinitiative Gegenwind, aber auch von Vertretern öffentlicher Belange beispielsweise. 

Flugsicherungs-Drehfeueranlage Hindernis für Investoren 

Die Nachricht vom Haselhuhn wurde vom Landschaftsbeirat eingereicht. Und noch eine zweite Institution wirft ihren Hut in den Ring: das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung in Langen. Augenscheinlich geht es um die Flugsicherungs-Drehfeueranlage in Großendrescheid, die sich für die Investoren der geplanten Windenergieanlagen in Veserde zu einem Hindernis bei der Realisierung ihrer Pläne auftürmen könnte. 

Wo technisch der Hase genau im Pfeffer liegt, ist noch nicht bekannt. Eine Anfrage der AK-Redaktion beim Bundesaufsichtsamt wurde noch nicht beantwortet. Und: Eigentlich geht es aktuell nur um die Ausweisung der Fläche. Und noch nicht um die Bebauung. 

Fakt ist: Für die Beurteilung der Einwendungen wurde das Planungsbüro VDH Projektmanagement in Erkelenz beauftragt. Aber jetzt scheint schon klar, dass die 22. Änderung des Flächennutzungsplanes ins Wanken gerät. Eine Vorlage für den Planungs- und Bauausschuss wird vorbereitet. 

Verfügt der Kreis, könnten Windkraftanlagen gebaut werden

Die Sitzung findet am 20. November ab 17 Uhr in der Sekundarschule statt. Die Beratungen dürften spannend werden, denn es geht nicht nur um die 22. Änderung des Flächennutzungsplanes, die man nun eventuell nicht weiterführt. Die 10. und 19. Änderung müssen aufgehoben werden – so hatte es der Märkische Kreis befohlen und eine Frist bis Dezember gesetzt. 

Passiert das nicht, kann der Kreis verfügen. Und das könnte zur Folge haben, dass – zumindest theoretisch – Windkraftanlagen im gesamten Gemeindegebiet gebaut werden könnten. Allerdings müssten mögliche Investoren auch dann alle Bedingungen und Auflagen erfüllen. 

Man könnte aber auch gegen die Kreisverfügung gerichtlich vorgehen. Wenn man denn wollte. Aber eine Klage wurde bislang nie favorisiert. Wie gehen die Kommunalpolitiker weiter vor? Sie werden sich auf jeden Fall jetzt mit dem Haselhuhn beschäftigen müssen. 

In lediglich drei Gebieten – dem südlichen Kreis Euskirchen, dem südlichen Siegerland sowie dem Eggegebirge und Weserbergland – existieren noch etablierte Populationen. Den exakten Landesbestand zu erheben, fällt schwer, da die Tiere sich meist versteckt im Unterholz aufhalten. 20 Reviere gibt es in NRW insgesamt. Und vielleicht auch in Nachrodt-Wiblingwerde.

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