Begegnung mit fremder Sprache, Kultur – und Gott

Beim Ritterspiel ersetzten Schubkarren die Pferde der Ritter, Schaumstoffstangen die Lanzen. Spiele wie diese sorgen beim English Camp für reichich Spaß – trotz teilweise ungemütlicher Witterung. - Foto: Griese

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Eigentlich sind ja derzeit in ganz Nordrhein-Westfalen Herbstferien, doch in der Schulungs- und Tagungsstätte Auf dem Ahorn verbessern gerade 115 Jugendliche ihre Englischkenntnisse. Allerdings ist das für die meisten nur ein Nebeneffekt ihrer einwöchigen Ferienaktion.

English Camp heißt das Angebot des Evangelisch-freikirchlichen Sozialwerks Westfalen (EFSW). Das Konzept sieht die tägliche Begegnung mit Menschen vor, die Englisch als Muttersprache sprechen. Es beinhaltet aber auch gemeinsame Unternehmungen und religiöse Aspekte. Täglich morgens und abends findet beispielsweise eine „Chapeltime“ statt. Dann treffen sich die Jugendlichen, um gemeinsam religiöse Lieder zu singen oder Predigten zu hören – natürlich in englischer Sprache. „Es ist vielleicht erstaunlich, dass viele Teenies das wirklich mögen“, sagt Angela Bürzl vom EFSW. „Aber sie haben ja heute scheinbar alles – es fehlt ihnen nur jemand, der ihnen Werte anbietet und ihnen sagt, was im Leben wichtig ist.“ Die Chapeltimes sind es, die auch Julian Mende aus Hagen nun schon zum dritten mal zum English Camp ziehen. „Hier kann man sich mit Leuten gut über Gott unterhalten, man spürt die Anwesenheit Gottes“, sagt er. Worte, die man aus dem Mund eines 16-Jährigen normalerweise nicht erwarten würde. Auch Junia Tosch (13) aus Mönchengladbach ist zum Ahorn gekommen, „um von Gott zu hören und Spaß zu haben“.

Fotos vom English Camp

English Camp auf dem Ahorn

Der Spaß an der Ferienaktion steht für Isabell Schwarz im Vordergrund. Die 14-jährige Düsseldorferin ist mit zwei Freundinnen gekommen. Das Trio hat eine Ferienaktion für 14- bis 17-Jährige gesucht und ist dabei auf das English Camp gestoßen. Dass hier vorwiegend englisch gesprochen wird, ist für sie kein Problem. Andere, wie zum Beispiel der 14-jährige Tim Schön aus Lüdenscheid, sind gerade deswegen dabei. Tim möchte in dieser Woche „besser Englisch lernen und auch eine andere Kultur kennen lernen“.

Dass die Jugendlichen auch tatsächlich etwas von einer anderen Kultur mitnehmen, dafür sorgt der Amerikaner Ken Rudolph mit seinem Team. Insgesamt 18 amerikanische Betreuer bestimmen Tagesablauf und Speiseplan, gestalten das Programm für die Teilnehmer, fördern und fordern die Jugendlichen. Beispielsweise werden Spielanleitungen für die unterschiedlichen Gelände- oder Abenteuerspiele nur in englischer Sprache gegeben und auch in den Workshops wird nur englisch gesprochen. Der Effekt stellt sich nach den Erfahrungen von Angela Bürzel recht schnell ein: „Die Teenies werden schnell selbstbewusster und überwinden die Sprachbarriere. Diese Woche gibt ihnen schon einen ordentlichen Schub“, stellt sie immer wieder fest. - Volker Griese

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