Nur 17 engagierte Bürger haben sie

Nur 17 Mal ist die Ehrenamtskarte in Nachrodt-Wiblingwerde bisher ausgegeben worden.

NACHRODT-WIBLINWRDE ▪ Vor nunmehr zwei Jahren ist die Ehrenamtskarte in der Doppelgemeinde eingeführt worden. Doch irgendwie sei das Interesse nur ganz am Anfang groß gewesen, berichtet Ortrud Itzigehl vom Einwohnermeldeamt. Sie ist die Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um die Ehrenamtskarte, die im Übrigen bis heute nur 17 Mal beantragt und ausgegeben wurde.

Die Ehrenamtskarte soll als Anerkennung dienen für die Bürger, die sich freiwillig engagieren und somit zu einer der tragenden Säulen des Gemeinwesens geworden sind. Denn wer sich ehrenamtlich engagiert, tut viel für andere, für die Gemeinschaft und für den Zusammenhalt der Gesellschaft.

Die Besitzer der Ehrenamtskarte erhalten nicht nur in öffentlichen und privaten Einrichtungen und Institutionen in Nachrodt-Wiblingwerde Vergünstigungen, sondern bekommen in allen Kommunen des Märkischen Kreises und landesweit in allen Städten und Gemeinden, die sich an diesem System beteiligen, vielfältige Vergünstigungen. In der Doppelgemeinde hat man mit der Ehrenamtskarte zum Beispiel freien Eintritt zum Gartenhallenbad, erhält auf eine Autowäsche 15 Prozent Ermäßigung oder es gibt ein Freigetränk gratis zum Essen im Restaurant. Trotzdem: „Vielleicht ist das nicht so ein Anreiz“, versucht Ortrud Itzigehl das geringe Interesse an der Karte zu erklären. Schließlich müsse die Karte ja auch bei der Gemeindeverwaltung beantragt werden. Und, wer sie haben will, muss mindestens fünf Stunden in der Woche oder 250 Stunden pro Jahr ehrenamtlich tätig sein und dafür keine Vergütung oder nur eine Aufwandsentschädigung erhalten, die nicht über die reine Kostenerstattung hinaus geht. Außerdem muss das Ehrenamt schon bei Antragstellung mindestens zwei Jahre ausgeübt worden sein.

Eine, die sich über die Ehrenamtskarte freut, ist Christel Stock. Sie engagiert sich bereits seit Jahren bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Nachrodt. Vor vier Jahren übernahm sie sogar das Amt der 1. Vorsitzenden. „Das ist wirklich sehr umfangreich“, beschreibt sie ihr Arbeitsfeld. 15 Stunden pro Woche seien das Minimum. „Ich bin Ansprechpartner für alle. Da sagen sie nicht Nein“, erklärt Christel Stock, die diese Arbeit aber immer noch sehr gerne macht.

Die Ehrenamtskarte nutzt sie jetzt seit zwei Jahren, aber „eigentlich nicht oft“, wie sie sagt. „Das muss ja alles nicht sein. Mein Getränk bezahle ich schon noch selbst.“ Was sie dahingegen aber sehr gerne in Anspruch nimmt, ist der freie Eintritt ins Gartenhallenbad. Denn: „Ich gehe schwimmen, so oft ich kann“, sagt Christel Stock. ▪ Von Ilka Kremer

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