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Gartenhallenbad bleibt warm

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Im Gartenhallenbad werden am laufenden Band Kurse angeboten.
Im Gartenhallenbad werden am laufenden Band Kurse angeboten. © Fischer-Bolz, Susanne

Die ersten Schwimmbäder drosseln die Wassertemperaturen, Warmbadetage werden gestrichen. Energiesparen ist die Devise. Im Gartenhallenbad bleibt das Wasser aber warm.

Nachrodt-Wiblingwerde – Der Branchenverband für das Badewesen sieht bis zu 25 Prozent Einsparpotenzial, wenn Wasser- und Lufttemperatur in Hallenbädern um zwei Grad abgesenkt würden. Der Verband befürchtet, dass, wenn es hart auf hart kommt und Energie knapp wird, nicht systemrelevante Akteure schlicht in einen Lockdown geschickt werden könnten. Der Trägerverein Gartenhallenbad will Ruhe bewahren. „Wenn man die Temperaturen rauf und runter setzt, benötigt man viel mehr Energie. Das haben wir getestet“, sagt Sabine Karisch, Vorsitzende des Trägervereins, und schiebt ein zweites Argument nach: „Wir haben an mehreren Tagen Babyschwimmen und Seepferdchenkurse. Die Kleinen frieren doch sofort. Zudem gibt es Reha- und Kleinkindkurse. Bei uns sind die Temperaturen immer über 30 Grad.“

Filterspülung nachts

Das Thema Energiesparen setzen die Verantwortlichen aber an vielen anderen Stellen um. „Wir haben die Lichtquellen überall auf LED umgerüstet, die Lüftungsanlage mit neuen Motoren versehen und wir machen die Filterspülung, bei der am meisten Energie gezogen wird, jetzt immer nachts. Dafür haben wir jemanden eingearbeitet“, sagt Sabine Karisch. Nachts gibt es einen viel günstigeren Tarif. Früher habe man grundsätzlich zwei oder drei Mal in der Woche Filterspülungen durchgeführt, jetzt sei dies dem Bedarf angepasst worden. „Und dadurch, dass wir Gruppen haben, achten auch die Leute jetzt viel mehr aufeinander. Da geht niemand mehr ungeduscht ins Becken. Das ist ein Aspekt, den man so selten bedenkt.“

„Manchmal kommt keiner“

Und sonst? Auch, dass derzeit das Gartenhallenbad noch nicht für das öffentliche Schwimmen freigegeben ist, sondern es mehr oder weniger rund um die Uhr Kurse gibt, spart Ressourcen. Denn wenn das Bad geöffnet hat und jedermann zum Schwimmen kommen kann, wann er will, „stellt man Energie bereit für Eventualitäten. Manchmal kommt gar keiner und die Wasseraufsicht sitzt vor einem leeren Becken“, sagt Sabine Karisch. Auch aus kaufmännischer Sicht sei es natürlich besser, wenn Kurse angeboten würden. An den Wochenenden gibt es beispielsweise Anfängerschwimmkurse, Aqua-Zumba und auch Seepferdchenkurse. „Davon haben wir im Moment drei, könnten aber noch einen weiteren anbieten.“

Leute sollen sich zusammenschließen

Dass es viele Nachrodt-Wiblingwerder gibt, die traurig darüber sind, nicht einfach ins warme Nass springen zu können, wenn sie gerade wollen, versteht die Vorsitzende des Trägervereins Gartenhallenbad gut. „Dann schließt euch doch zusammen. Bei sechs Leuten machen wir einen Kurs daraus“, schlägt sie vor.

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