Empörung und grundsätzliche Kritik

Michael Schlieck

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Empörung herrscht bei der CDU-Fraktion. Vor allem Michael Schlieck, 1. Stellvertretender Bürgermeister macht sich nach der Erklärung von Bürgermeisterin Beatrix Naujoks und Susanne Jakoby Luft mit einem spontanen Schreiben an die Redaktion. Er stellt sich klar hinter seinen Fraktionschef Peter Herbel, weist die Rücktrittsforderung zurück: Ein Fraktionsvorsitzender müsse Missstände aufzeigen und den Finger in die Wunde legen.

Was die Sache mit dem Haushalt anbelangt - so unterstützt er die Darstellung Herbels, dass die genauen Zahlen erst nach der Wahl auf den Tisch gekommen seien. Und erst auf massive Nachfrage habe Kämmerin Gabriele Balzukat gesagt, dass die Bürgermeisterin den Wunsch geäußert habe, die genaue Summe des Fehlbetrages erst nach der Wahl bekannt zu geben.

Und es sei eine Frechheit, dass die Bürgermeisterin behaupte, sie müsse die Verwaltung vor der CDU-Fraktion schützen. Er selbst habe beim Neujahrsempfang noch die hervorragende Arbeit der Verwaltung gelobt. Ohne Führung habe diese gute Arbeit gemacht. Dass sich Abteilungsleiter gezielten Fragen stellen müssten, sei normal. Das habe mit Häme nichts zu tun. Die CDU gehe mit der Führung der Bürgermeisterin nicht konform. Projekte und Visionen für die Zukunft würden fehlen. „Sie verwaltet nur und gestaltet nicht“. Wenn sie deshalb angegriffen werden, dann sei das keine Verwaltungsschelte.

Und auch SPD-Fraktionschefin Susanne Jakoby bekam ihr Fett weg. Schlieck erinnerte daran, dass die SPD nur mit CDU-Großmut (in Person von Peter Herbel) nicht auf einen Sitz in den Ausschüssen habe verzichten müssen, weil ein Ratsherr bei der Abstimmung erkrankt war. Ein Fehler sei das aus heutiger Sicht gewesen.

Schlieck betont in seiner Stellungnahme an die Redaktion, dass ihm viel am Konsens liege, deshalb habe er auch zum Treffen der Fratkionsspitzen geraten - zum Missfallen der Bürgermeisterin. Und entschuldigen werde er sich nicht, das habe er der Bürgermeisterin auch schon in einer E-Mail mitgeteilt.

Auch Ratsherr und Ortsparteichef Uli Gülicher meldete sich. Er gab der Redaktion die E-Mail zur Kenntnis, die er an die Bürgermeisterin wegen des Ultimatums geschrieben hatte. „Mit großem Erstaunen und Ungläubigkeit“ habe er das Schreiben gelesen. Er verwahrt sich und die Partei gegen den Vorwurf der Bürgermeisterin und deshalb gebe es auch keinen Anlass sich zu entschuldigen. Auch er bezieht sich auf die Aussage Balzukats auf der Ratssitzung am 14. Dezember und darauf, dass die Verwaltung schon viel eher Bescheid gewusst habe. - vdB

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