Emotionale Intelligenz fördern

NACHRODT-WIBLINGWERDE - „Klug sein allein genügt nicht - Kinder brauchen auch emotionale Intelligenz“. Damit wirbt die Deutsche Liga für das Kind (unterstützt vom Lions Club) für eine spezielle Zuwendung und Arbeit mit Kindergartenkindern.

Daher hat der Verein ein Programm aufgelegt. Kindergarten Plus heißt es - und die Kindertageseinrichtung Fibs an der Bachstraße macht mit. Der Lions Club Iserlohn hatte dazu die Fortbildung der Mitarbeiterinnen finanziert. Martina Schmidt, Kinderschutzfachkraft der Einrichtung, hat diese Fortbildung mitgemacht. In diesen Wochen betreut sie speziell 20 Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren. Der Kurs ist in neun Module eingeteilt - am langen Ende steht eben hoffentlich die Stärkung der kindlichen Persönlichkeit. Etwa ein halbes Jahr dauert dieser spezielle Kursus. Martina Schmidt nimmt dabei die Hilfe von weiterem „Personal“ in Anspruch: Sie setzt die Handpuppen Tula und Tim ein. Ein pädagogisch probates Mittel, um die Kinder zu schulen. Erleichtert werde ihre Aufgabe aber auch durch die offene Kindergartenarbeit. Sie kenne jedes Kind, weil es in der Einrichtung keine festen Gruppen gebe.

Auftakt war gestern mit dem Startmodul „Mein Körper und Ich“. Es ging schlicht darum, den Kindern ein besonderes Körpergefühl zu vermitteln, das Ich-Bewusstsein zu fördern. Bewusst Luft zu holen gehört dazu. So war den Kindern nicht klar, dass sie zum Beispiel atmen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Zu den einzelnen Modulen gibt zudem immer auch ein spezielles Lied, das die Kinder dann singen. Die einzelnen Module befassen sich mit Gefühlen, mit den Sinnen oder auch mit sozialen Themen.

Zum wissenschaftlichen Hintergrund heißt es bei der Deutschen Liga für das Kind: Kindergarten plus orientiere sich an Erkenntnissen aus Neurobiologie und Humanwissenschaften, dass jedem geistigen Lernschritt ein emotionaler Entwicklungsschritt vorausgeht. Studien mit Grundschulkindern hätten deutlich gemacht, dass die Leistungen von Kindern und Erfolg oder Misserfolg im schulischen Bildungssystem sehr davon abhängen, inwieweit zuvor emotionale und soziale Fähigkeiten ausgebildet werden konnten. Voraussetzung für ein gesundes Selbstbewusstsein, Respekt anderen Menschen gegenüber und spätere Erfolge in Schule und Beruf sei der Aufbau einer starken Persönlichkeit in den ersten sechs Lebensjahren. Ein Schwerpunkt früher Bildung müsse daher auf der Stärkung und Förderung emotionaler und sozialer Bildung liegen.

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