Eltern-Taxis und die Verkehrssituation/ Auf dem Gehweg darf nicht geparkt werden

Roter Teppich bis ins Klassenzimmer?

+
Nur mal kurz das Kind herauslassen. Viele Eltern möchten ihre Kinder am liebsten direkt ins Klassenzimmer fahren.

Nachrodt-Wiblingwerde - Niemand will es sein. Viele sind es doch: Hubschrauber-Mütter und Hubschrauber-Väter, die ihren Kindern ein Rundum-Sorglos-Paket bieten möchten. Inklusive Taxi-Tour bis ins Klassenzimmer. Morgens spielen sich deshalb teils dramatische Szenen vor den Schulen ab, wenn Eltern kreuz und quer parken, die Kinder „nur mal eben“ aussteigen lassen, und nicht selten dabei andere gefährden. Auch in Nachrodt? Manchmal schon. In diesen Tagen nicht. Das AK war mit Polizeihauptkommissar Reinhard Raffenberg pünktlich zum Schulbeginn an der Grundschule.

„Hallo Herr Raffenberg.“ Ein Hallo hier und ein Hallo da. Die Kinder kennen ihn. Mögen ihn ganz augenscheinlich, kommen eigens zum kleinen Plausch vorbei, grüßen, winken, strahlen. Letzteres dürfte bei den Eltern vielleicht nicht immer so sein. Denn der Beamte kommt nicht zum Händeschütteln, sondern um sich die Verkehrssituation an der Ehrenmalstraße anzuschauen. 

"Jedes Jahr aufs Neue"

Es ist 7.45 Uhr. Buntes Treiben. Viele Mädchen und Jungen kommen zu Fuß. Hut ab. Viele in Begleitung. Dann rauschen die Autos vorbei und herbei. Reinhard Raffenberg versteckt sich nicht. Warum auch? Er will sich nicht auf die Lauer legen, er möchte sensibilisieren. „Jedes Jahr aufs Neues. Wenn ein neues Schuljahr beginnt, kommen neue Eltern. Und bis die wieder eingenordet sind,...“, schmunzelt der Polizeihauptkommissar. 

Polizeihauptkommissar Reinhard Raffenberg beobachtet die Eltern-Taxis vor der Grundschule Nachrodt.

Zum Lachen findet er einige Situationen aber so gar nicht. Wenn die Eltern gegenüber der Schule parken zum Beispiel. Dort ist absolutes Halteverbot. Auch mal kurz anhalten, den Knirps samt Tornister herauslassen, ist nicht erlaubt. 

Es geht aber noch schlimmer. Dann nämlich, wenn die Eltern gegenüber gar auf dem Gehweg parken. „Wenn ich dann sehe, dass Kinder auf dem Gehweg entgegenkommen, dann hört bei mir alles auf. Die eigenen Kinder sicher zur Schule bringen und die anderen gefährden, das geht gar nicht“, sagt Reinhard Raffenberg. 

Heute passiert das nicht. Vielleicht auch, weil schönes Wetter ist. Bei strömenden Regen möchten Eltern ihren Kindern nicht zumuten, pitschnass zu werden. Und dann kommt durchaus bei dem einen oder anderen Beobachter der Eindruck auf, dass der rote Teppich mit Schirmbegleitung bis ins Klassenzimmer gelegt wird. 

Kind tanzt aus der Reihe

Gerade rauscht ein riesiger Lkw an der Schule vorbei, bremst, gibt Lichtzeichen. Der Fahrer hat die Schulkinder gesehen, die am recht sicheren Übergang direkt an der Schule die Straße kreuzen. Nur ein Kind läuft quer über die Straße Richtung Schulhof. 

Polizeihauptkommissar Reinhard Raffenberg hat das sehr wohl gesehen. Auch den Vater, der in „sicherer Entfernung“ kurz vor der Einmündung Hochstraße falsch herum mit seinem Wagen parkt, Frau und Kind herauslässt und dann dreht. Als Mama und Knirps zur Schule kommen, spricht Reinhard Raffenberg ein freundliches Machtwort. 

Übrigens: Geduldet wird, wenn die Autos an der Einbuchtung vor der Schule halten – also dort, wo die Parkplätze sind. Da wird niemand behindert oder gefährdet. Manchen ist das aber ohnehin total wurscht. Es gibt einige notorische Falschparker. Sie wurden jetzt verwarnt, als Polizeihauptkommissar Reinhard Raffenberg mit Vertretern des Ordnungsamtes vor Ort war. 

Spielregeln für Eltern

Dass Autofahrer den Polizisten, Vertreter des Ordnungsamtes und den Streifenwagen sehen und sich trotzdem beim Querfeldeinparken im Recht sehen, weil sie „ja nur mal kurz das Kind ‘rauslassen“, verwundert schon. Die meisten Eltern aber wissen Bescheid und halten sich an die Spielregeln. Das Thema Verkehrssicherheit und die Situationen beim Hinbringen und Abholen wird auch bei den Elternabenden besprochen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare