Eltern sollen ihre Kinder in guten Händen wissen

Marion Battista (r.) informierte am Mittwochnachmittag im St. Elisabeth-Kindergarten über die Möglichkeiten der Kindertagespflege und fand auch einige Interessierte. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Der Gesetzgeber fordert eine möglichst flächendeckende U3-Betreuung bis zum Jahr 2013. Weil Kindergärten allein dies nicht gewährleisten können, setzt der Märkische Kreis jetzt verstärkt auf die so genannte Kindertagespflege: Familien, die möglicherweise auch selbst Kinder haben, nehmen andere Kinder stundenweise auf.

Wie das funktioniert, stellte Marion Battista von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) am Mittwoch im St. Elisabeth-Kindergarten in Nachrodt vor. Die Awo ist seit Jahresbeginn offizieller Kooperationspartner des Märkischen Kreises beim Aufbau von Kindertagespflegeplätzen. Marion Battista koordiniert die Tagespflege-Angebote – und informiert an der Basis darüber, welche Grundvoraussetzungen potenzielle Tagespflegeeltern überhaupt mitbringen müssen. „Wer Kinder zur Tagespflege aufnehmen möchte, wird vorher auf Herz und Nieren geprüft“, sagte sie am Mittwoch im St. Elisabeth-Kindergarten und betonte, dass sich das auf die ganze Familie beziehe. Schließlich müssten Kreisjugendamt und Awo sicher sein, dass sich die Menschen, die fremde Kinder in ihre Obhut nehmen, auch für die Betreuung eignen. Das soll auch während der Betreuung durch regelmäßige Hausbesuche kontrolliert werden.

Doch nicht nur das Vorhandensein kindgerechter Räume oder die hygienischen Verhältnisse werden geprüft. Tageseltern müssen auch die psychologischen und pädagogischen Voraussetzungen mitbringen, um die Pflegeerlaubnis des Jugendamtes zu erlangen. Es sind also durchaus einige Hürden zu nehmen, bevor man in den Genuss des Geldes kommt, das für die Betreuung gezahlt wird. „Wir wollen den Eltern, die ihr Kind in fremde Obhut geben, auch die Sicherheit geben, dass es sich um gute und gesicherte Betreuungsverhältnisse handelt“, begründet Marion Battista, warum die Tageseltern relativ streng überprüft werden. Sie hofft allerdings, dass sich potenzielle Tageseltern davon nicht abschrecken lassen. Die notwendige Qualifikation werde den Bewerbern in einer 160 Unterrichtsstunden umfassenden Ausbildung vermittelt.

„Wir brauchen dringend noch Personen, die Kinder bei sich aufnehmen wollen“, betont Battista. Wichtig sei, ergänzt Rainer Schmidt vom Kreisjugendamt, dass auch zeitliche Randbereiche abgedeckt werden könnten. Damit meint er die Tageszeiten, zu denen Kindergärten eine Betreuung nicht mehr gewährleisten können. Somit seien Eltern im Schichtdienst beispielsweise oftmals auf andere Angebote wie die Tagespflege angewiesen. Ihnen sei wichtig, dass ihre Kinder auch beispielsweise am späten Nachmittag oder frühen Abend gut aufgehoben seien.

Im St. Elisabeth-Kindergarten stießen Marion Battista und Rainer Schmidt am Mittwoch mit ihrem Informationsangebot durchaus auf Interesse. „Eine junge Großmutter war sehr interessiert, Tagesmutter zu werden“, berichtete Schmidt und betonte gleichzeitig, dass für diese Tätigkeit durchaus auch ältere Personen infrage kommen. Vier weitere Interessenten hätten sich schriftliches Informationsmaterial mitgenommen, so Schmidt weiter.

Wer sich für die Tätigkeit in der Kindertagespflege interessiert, kann sich in Nachrodt an den Awo-Kindergarten (Barbara Zöller/Anne Alban, Tel. 0 23 52/36 58) und an den St. Elisabeth-Kindergarten (Sandra Schwieren/Annabella Colonna-Gebhardt, Tel. 0 23 52/3 00 42) wenden. Auskunft gibt auch das Awo-Kindertagespflegebüro in Lüdenscheid (Tel. 0 51/38 18). ▪ vg

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