Elfjähriger entwickelt seine eigene Möbel-Kollektion

Elfjähriger entwickelt seine eigene Möbel-Kollektion

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Dank der Polster, für die Mama Christiane gesorgt hat, kann es sich Tom Gütting auf seinem selbst gebauten Palettensofa auch richtig bequem machen.

Nachrodt-Wiblingwerde - Tom Gütting ist erst elf und schon ein Möbeldesigner. Aus Euro- und Einwegpaletten baut er Sitzbänke und Tische. Nicht nur Freunde und Familienmitglieder schätzen seine Produkte, sondern auch Wanderer am Roland, für die er eine Ruhebank gebaut hat. Jetzt möchte er dem Betreiberverein des Gartenhallenbades ein Ensemble spenden. Aber dafür braucht er noch mehr Paletten im Maß 1,20 mal 1,80 Meter.

Ein Zeitschriftenartikel, in dem die Palettenmöbel vorgestellt wurden, hat bei Tom Gütting Ehrgeiz geweckt. Im Internet suchte sich der junge Nachrodter weitere Informationen, plünderte Papas Werkzeugschrank und ließ sich von der Spedition Kayser mit Paletten beliefern. Die werden je nach Bedarf gesägt, gestapelt und fest miteinander verschraubt, so dass ein stabiles Möbelstück entsteht. Um bequem darauf sitzen zu können, schleift Tom das Holz anschließend glatt. Splitter im Po sind damit praktisch ausgeschlossen. Und wer – wie Mama Christiane – noch ein paar Polster auf das hölzerne Sofa auflegt, kann es sich durchaus ein paar Stunden gemütlich machen auf den Palettenmöbeln.

Einen Großteil der Sommerferien hat Tom seinem neuen Hobby gewidmet und auch selbst ein Design kreiert. An einer Bank hat er das Holz mit Feuer vorbehandelt, so dass ein schickes Muster im Werkstoff entstanden ist. Natürlich lassen sich die Möbelstücke auch je nach Gusto farblich gestalten. Weil sie mit wetterfestem Lack auch lange haltbar zu machen sind, hat sich Tom überlegt, eine Sitzgarnitur für den Eingangsbereich des Gartenhallenbads zu gestalten und dem Betreiberverein zu spenden. Sperrig und schwer wie diese Möbel sind, dürften sie Dieben nicht so leicht in die Hände fallen.

An genormte Europaletten, das ahnt Tom, wird er so leicht nicht heran kommen. Die werden im internationalen Frachtverkehr nämlich immer wieder getauscht und weiterverwendet. Firmen, die Einwegpaletten verwenden, dürften jedoch für dankbar sein für einen Abnehmer. „Die müssen sonst entsorgt werden. Viele werden auch einfach verheizt“, weiß Christiane Gütting.

Weil sie das Hobby ihres Sohnes sehr unterstützenswert findet, nimmt sie gern die Angebote potenzieller Palettenspender entgegen: Wer Familie Gütting unter der Rufnummer 0 23 52/3 23 41 anruft und Paletten anbietet, muss sie nicht mal liefern: „Wir holen alles ab“, verspricht Christiane Gütting.

Sie selbst arbeitet im Vorstand des Betreibervereins mit. Tom ist begeisterter Nutzer des Gartenhallenbads und freut sich über die zahlreichen Attraktionen, die es gibt, seitdem der Betreiberverein das Bad leitet. Daher kommt auch seine Motivation für die Möbelspende. Mama Christiane freut sich über die sinnvolle Freizeitbeschäftigung des Juniors. Der hatte kaum Ambitionen, die Sommerferien vor dem Fernseher oder der Spielekonsole zu verplempern. Tom ist allerdings generell ein Naturbursche und pflegt mit seinem Rasentraktor die umliegende Wiese des Grundstücks. Das passt zu seinen späteren beruflichen Plänen: „Landwirt!”, antwortet er auf die Frage, welche Richtung er mal einschlagen möchte.

Bis dahin ist der Weg noch weit. Nach den Sommerferien geht Tom in die sechste Klasse des Altenaer Burggymnasiums. Langweilig wird es dem Elfjährigen nie: Auch Schlagzeugspielen und Tennis zählen zu seinen Hobbys. Fehlt etwas, baut es sich der kreative Kopf einfach selbst: Für sich hat er einen Fernsehschrank hergestellt, und als Christiane Gütting von einer Kaminattrappe schwärmte, hat er sie ihr mal eben gebaut. Nächstes Projekt: Ein Wandregal mit Spiegel und Garderobenhaken. Alles made am Roland… - Ina Hornemann

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