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Händeringend Facharbeiter gesucht

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Martin Murza sucht händeringend einen Facharbeiter, der vielleicht zugleich sein Nachfolger werden will.
Martin Murza sucht händeringend einen Facharbeiter, der vielleicht zugleich sein Nachfolger werden will. © Fischer-Bolz, Susanne

„Besondere Situationen erfordern außergewöhnliche Aktivitäten“, sagt Martin Murza, der händeringend für seinen Elektrobetrieb in Nachrodt einen Facharbeiter sucht.

Es gibt Branchen, da scheint der Arbeitsmarkt wie leer gefegt. Da muss man sich etwas einfallen lassen, um Mitarbeiter zu finden. Doch was könnte funktionieren? Im Handwerk kann man schlecht mit Work-Life-Balance und Homeoffice werben. Und so versucht es Martin Murza mit einer Prämie für denjenigen, der ihm einen Elektroniker für Haus- und Gebäudetechnik vermittelt.

„Besondere Situationen erfordern außergewöhnliche Aktivitäten“, sagt der Nachrodter, der eigentlich sogar nicht nur einen Facharbeiter, sondern einen Nachfolger sucht. In zwei/drei Jahren möchte Martin Murza nämlich in den Ruhestand gehen und im besten Fall seinen Traditions-Elektrobetrieb in gute Hände übergeben. Vielleicht sogar schon früher, wenn jetzt der richtige Mensch vor der Tür stehen sollte.

„Es ist ein gesunder Betrieb“

„Die Firma ist bekannt seit 50 Jahren, wir haben viele Stammkunden, gute Bewertungen. Es ist ein gesunder Betrieb“, erzählt der 59-Jährige, der im besten Fall drei Mitarbeiter hat. Doch im vergangenen Jahr wechselte einer in die Industrie, ein anderer entschied sich nach 25 Jahren, die Branche aufzugeben. Ein harter Schlag für die kleine Firma mit vollen Auftragsbüchern. Martin Murza sieht sich selbst als korrekten Chef, der Wert auf einwandfreie Arbeit legt. Viele Aufträge muss er allerdings im Moment ablehnen, weil er aktuell nur einen einzigen Mitarbeiter hat.

„Natürlich mache ich mir Gedanken, wie es weitergehen kann“, sagt Martin Murza. Und wenn er mal einen Vermittlungsvorschlag vom Jobcenter bekommt, „dann stellen sich die Leute nicht einmal vor.“ Bewerbungen trudeln sowieso nicht ein.

„Hörma, kannste mal“

Der Fachkräftemangel im Handwerk zwingt die Betriebe, mehr Geld in die Mitarbeiterfindung zu stecken. Doch es gibt auch ein Imageproblem.

„’Hörma, kannste mal’, es fängt schon damit an, dass man Handwerker einfach duzt. Wenn man von vornherein jemanden duzt, ist das für mich persönlich schon eine negative Einstellung dem Menschen gegenüber“, sagt Martin Murza, der einen respektvollen Umgang schätzt.

„Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen“

Der Elektroniker für Energie und Gebäudetechnik ist ein Handwerksberuf, der mit Abwechslung punktet. Martin Murza möchte mit niemanden den Job tauschen. „Ich könnte mir gar nichts Schöneres vorstellen“, sagt er und ist immer noch Feuer und Flamme, vor allem, „weil es nie langweilig wird.“

Zum Aufgabenbereich eines Elektronikers gehört nur am Rande die schnelle Hilfe, wenn der Strom ausfällt. Es geht unter anderem um klassische Installationen, Beleuchtungs-, Rolladen- und Satellitenanlagen. Und: Die Technik schreitet rasant voran, „man muss immer am Ball bleiben“, wobei Smart Home natürlich ein ganz großes Thema ist. „Es ist nicht alles Gold was glänzt, aber es gibt dabei viele sinnvolle Sachen“, meint Martin Murza.

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