Die Elch-Spezialisten aus Opperhusen

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Weil ihnen die hölzernen Weihnachtsmänner auf einem Weihnachtsmarkt zu teuer waren und sie nach einer Ganzjahres-Alternative suchten, haben Ralf und Elke Haarhaus vor 18 Jahren die Elche „erfunden“. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Was auch immer man von Elchen halten mag, die Vertretern dieser Spezies haben eins gemeinsam: Sie sind unheimlich groß. Für die Elche, die man durchaus im Haushalt von Elke und Ralf Haarhaus antrifft, gilt das allerdings nur eingeschränkt. Denn dort findet man handgemachte Exemplare dieser Gattung.

Die Eheleute aus Opperhusen verbringen einen beträchtlichen Teil ihrer Freizeit mit der Herstellung von Elchfiguren, die in der Größe zwischen 50 und etwa 180 Zentimetern variieren. Grundlage für die Herstellung der Elchfiguren ist zunächst einmal ein Baumstamm. Vom Durchmesser des Stammes hängt ab, wie groß später der Elch wird. Diese Stämme werden von Ralf Haarhaus gesammelt und dann in seiner Garage, die eher einer Schreinerei gleicht, bearbeitet.

Ralf Haarhaus legt die Länge fest und sägt den Baumstamm an einem Ende schräg ab. Die Schnittfläche wird glatt gehobelt, bevor weitere Arbeitsschritte folgen. So fertigt Ralf Haarhaus aus Sperrholz Einzelteile wie beispielsweise Geweihe, Mäuler oder Ohren. Dann sind die Fertigkeiten von Ehefrau Elke gefragt. Die malt zunächst mit Abtönfarbe die Sperrholzstücke verschiedenartig an. Durch das Bemalen des Maules gibt Haarhaus den Figuren ein immer anderes Aussehen. So wirken die Figuren mal fröhlich, mal melancholisch und manchmal auch einfach nur spitzbübisch. Die Augen und auch die Nase werden auf die Schräge des Stammes gemalt und der untere Teil des Elchgesichtes aufgeklebt. Die Ohren der Figuren werden in der Regel auf gleiche Art und Weise angebracht. Nur die Geweihe werden mit Nägeln fixiert und dann gesteckt.

Da jedoch auch Elche frieren können, strickt Elke Haarhaus für einen Teil ihrer Figuren Schals, die dann als zusätzliches Accessoire angebracht werden. Und wenn einmal ein Weihnachtselch gewünscht wird, verfügt das Objekt selbstverständlich auch über eine entsprechende Mütze.

Das Besondere an den Figuren der Eheleute Haarhaus ist, dass die Schräge des zugesägten Stammes im Grunde genommen nur zur Befestigung dient. Die eigentliche Figur wird sozusagen darum herum gebaut, wirkt daher sehr plastisch. Und: Sie ist zeitlos, also nicht nur zur Weihnachtszeit aufstellbar. Außerdem trotzen die Haarhaus-Elche jeder Witterung, denn alle Figuren werden mit einer Lasur versehen, die es gestattet, die Exemplare das ganze Jahr über beispielsweise im Garten aufzustellen.

Vor mehr als 18 Jahren haben Ralf und Elke Haarhaus zu diesem Hobby gefunden. Begonnen hat die Leidenschaft auf einem Weihnachtsmarkt in Plettenberg-Köbbinghausen. Dort wurden ebenfalls aus einem angeschrägten und bemalten Baumstamm hergestellte Weihnachtsmänner angeboten. Das Ehepaar war davon zwar begeistert. „Doch die Figuren waren damals sehr teuer und da haben wir uns gedacht, dass wir uns so ein Exemplar doch vielleicht auch selbst herstellen können“, erinnern sie sich. Doch sie wollten eine Figur erschaffen, die man nicht nur zur Weihnachtszeit aufstellen konnte. Und so sind sie gewissermaßen „auf den Elch gekommen“. Beide beherrschen ihre Kunst mittlerweile perfekt. Ausprobiert wurde früher. Heute verlassen nur noch erstklassige Exemplare die Hobby-Werkstatt. Die Figuren aus Opperhusen sind mittlerweile auf vielen Weihnachtsmärkten ein echter Selbstläufer. ▪ hb

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