Wilde Müllkippen rund um Container

Ekelfund im Papier-Container: Müllsünder kennen keine Grenzen

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Auf alles gefasst: Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz beim Griff in den Altpapier-Container an der Ehrenmalstraße in Nachrodt.

Nachrodt-Wiblingwerde/Altena – Tote Fische auf der Straße, Innereien im Restmüll, volle Windeln im Papier-Container: Müllsünder sorgen für Ärger.

Farbeimer. Blaue Säcke mit Fußleisten. Leere Flaschen. „Die Windeln sehe ich gerade nicht“, sagt Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz, streift sich Handschuhe über, wagt den – durchaus ekeligen – Griff in die Tiefe. 

Ein Blick in die Papier-Container an der Ehrenmalstraße reicht eigentlich aus, um zu wissen, dass jede Menge Müll eingeworfen wurde, der dort nicht hingehört. 

Wilde Müllkippen rund um Container

Sind die Container voll, wird auch gern das Umfeld genutzt: darauf, daneben, dahinter. Hausrat. Sperrmüll. Oder Giftiges. Hauptsache weg. 

Das sind dann – wenn auch in Containernähe – wilde Müllkippen, die sich auch immer wieder in den Böschungen oder im Wald finden. Tierkadaver gibt es heute nicht. Tote Fische, wie sie augenscheinlich gern mal in Altena auf die Straße geworfen werden, sind in Nachrodt-Wiblingwerde eher die Ausnahme. 

Wolfram Zülch ist derjenige, der als Mitarbeiter des Baubetriebshofes die wilden Müllkippen immer wieder beseitigt. Ein Ärgernis. Herr der Lage wird niemand. 

Viele Brennpunkte

Der Standort Ehrenmalstraße ist nur einer von vielen Brennpunkten. Ein Anlieger hatte beobachtet, dass benutzte Windeln für Erwachsene in die Container geworfen wurden. Deshalb schaut das Ordnungsamt vorbei. Wie erwartet sind die Spuren unschön. 

Ein Fisch mitten auf der Straße – und nicht aus der Lenne gehüpft. Tote Tiere werden oft achtlos weggeworfen.

Das Thema ist komplex. 5500 Euro sind für die außerplanmäßige Beseitigung von illegal entsorgtem Abfall bei der Gemeinde eingeplant – wo immer auch der Müll landet. „Tendenz steigend. Der Zweckverband für Abfallbeseitigung erstattet uns die Kosten und kalkuliert seine. 

Alle zahlen für Müllsünder mit

Und wenn letztlich die Kosten für den einzelnen Bürger steigen, dann sind die wilden Müllkippen ein Faktor, die dazu beigetragen haben“, sagt Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz. Die Allgemeinheit zahlt für die Müllsünder. 

Beispiele für die Probleme gibt es viele. „Im vergangenen Jahr hatten Unbekannte in die Biotonne an der Turnhalle Wiblingwerde Schlachtabfälle, ein halbes Wildschwein und Fisch, entsorgt. Das war keiner unserer Jäger, da bin ich sicher. Es musste ein Spezialunternehmen kommen, das sich um die Kadaverentsorgung kümmert“, erzählt Sebastian Putz. 

Schlachtabfälle in Säcken entsorgt

Apropos Kadaver: Wolfram Zülch hat schon viele gesehen und entsorgt. „Wenn ein Schaf geschlachtet wird, kommen die ganzen Innereien in einen blauen Sack, der dann irgendwo weggeworfen wird. Man riecht es schon von Weitem, wenn die Maden am Tanzen sind“, so der Bauhof-Mitarbeiter. 

Er trägt Handschuhe und Mundschutz, hat Zangen und Schaufeln dabei, um den Abfall aufzusammeln. „Aber es ist wirklich nicht angenehm“, sagt Wolfram Zülch und erzählt von falsch entsorgtem Hausmüll, der an der Lennestraße in Altena Überhand nimmt, und von Ratten, die sich an Essensresten tummeln, die Menschen an Grillplätzen hinterlassen haben. 

Städte setzen auf Detektive

Mit Fischen kennt er sich auch mittlerweile aus. „Am Drescheider Berg hatte wohl jemand eine kaputte Kühltruhe. Da lagen mindestens 100 Fische ‘rum.“ Und erst kürzlich lag ein Karpfen auf dem Gehweg der Steinstraße. 

Unterdessen gibt es in vielen Städten bereits Müll-Detektive, die dem „Ermittlungsdienst Abfall“ zugeordnet sind, wie in Dortmund. Solingen hatte vorübergehend eine Detektei beauftragt, Container-Standorte zu überwachen. Und in Wuppertal haben Langzeitarbeitslose Jobs als Müll- Detektive bekommen.

Überquillende Papiercontainer und viel Müll drumherum sorgen auch in Altena immer wieder für Ärger.

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