Wie einst Pfarrer Burkardt: Zu Fuß auf den Berg

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Gut 50 Mitglieder der Evangelisch-reformierten Gemeinden Wiblingwerde und Hohenlimburg brachen am Montag zur Pfingstwanderung auf. Das gemeinsame Erlebnis sollte auch das Miteinander der beiden Gemeinden stärken, die sich einen Pfarrer teilen.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Hochwürden beliebte zu scherzen: Als sich die Wanderer aus den beiden Evangelisch-reformierten Kirchengemeinden Wiblingwerde und Hohenlimburg am Sonntag vor der Wiblingwerder Kirche angemessen gestärkt hatten, blies Pfarrer Dr. Thorsten Jacobi erneut zum Aufbruch – „zur Burg Altena“.

Doch natürlich waren die neun bis zehn Kilometer zwischen dem Katernberg am Südrand von Hohenlimburg und der Wiblingwerder Dorfkirche genug für die gut 50 Teilnehmer an der Pfingstwanderung der beiden Gemeinden. „Das erste Stück ist das steilste, dann flacht es langsam etwas ab“, berichteten die Organisatoren Barbara Kreft, Presbyterin in Wiblingwerde, und der Hohenlimburger Kirchmeister Folkert Schuerhoff nach dem schweißtreibenden Anstieg. Sie waren den Wanderweg zur Vorbereitung bereits einmal gemeinsam gegangen. „Da war das Unkraut noch nicht so hoch“, blickten sie zurück und spielten damit auch darauf an, dass die Temperaturen erträglicher gewesen sind. Für die Strapazen wurden die Teilnehmer aber durch eine traumhafte Aussicht auf Hohenlimburg, Hagen, Schwerte und vor allem die Obernahmer entschädigt. Nach der Ankunft freuten sich Barbara Kreft und Folkert Schuerhoff, „dass die Teilnehmerzahl so hoch war“.

Um neun Uhr waren etwa 40 Wanderer gestartet, drei Stunden dauerte die Wanderung, die dem Gedächtnis an Pfarrer Karl Burkardt gewidmet war, der – wie heute Pfarrer Dr. Jacobi – in beiden Gemeinden zugleich tätig gewesen war. Nachdem sein Amtskollege in Wiblingwerde während des Zweiten Weltkrieges eingezogen worden war, hatte Karl Burkart auch die evangelischen Christen auf dem Berg betreut. „Er ist immer zu Fuß hier hochgekommen“, wussten die Organisatoren der „Wanderung zu berichten.

Diesen Weg gingen die Hohenlimburger und Wiblingwerder nun nach. In zwei längeren Wanderpausen gab es selbst gebackenen Kuchen und eine Waldandacht – „irgendwo zwischen Hohenlimburg und Wiblingwerde“, wie es im Programmzettel hieß. Zu Ehren von Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio sangen die Wanderer am Ende der Andacht „Kein schöner Land“, die „Nationalhymne“ der Doppelgemeinde.

Nach der Kuchenverpflegung unterwegs stärkten deftige Bratwürste in Wiblingwerde die Wanderer, die dazu noch munter weiterplauderten. Anschließend wurden die Hohenlimburger Gemeindemitglieder wieder ins Tal gefahren – am Morgen hatten sie die Wiblingwerder ins Tal geholt.

„Das hat einen guten Anfang genommen“, sagte Folkert Schuerhoff mit Blick auf die ersten Monate des neuen Miteinanders der beiden Gemeinden. „Wir kriegen das schon hin“, ergänzte Barbara Kreft. ▪ vg

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