Bürger kämpfen um ihr Bad

Christina Wygoda, Petra Löber und Sabine Karisch sammeln Spenden für den Erhalt des Gartenhallenbades.

NACHRODT ▪ Die Zeit rennt uns weg. Wir müssen jetzt handeln“, sagt Sabine Karisch, 2. Vorsitzende des Fördervereins Gartenhallenbad Nachrodt-Wiblingwerde. Am Samstag hatten die Mitglieder des Fördervereins, darunter auch Petra Löber und Christina Wygoda, zur Rettung ihres Hallenbades einen Stand vor dem Edeka-Markt Clever in Nachrodt aufgebaut.

Bei Temperaturen unter Null Grad gibt es Glühwein, Kaffee und frische Waffeln gegen eine kleine Spende und vor allem gegen die eisige Kälte. Viele Bürger informieren sich darüber, wie das Gartenhallenbad gerettet werden kann. Die Gemeinde wird die Einrichtung am 31. März definitiv schließen. „Bis dahin muss eine Lösung her“, so Karisch. Angedacht ist, das Bad zu einem Bürgerbad zu machen und mittels einer gemeinnützigen GmbH zu bewirtschaften.

Auf einem Bistrotisch stapeln sich Zettel in Postkartengröße und Papierbögen, auf denen Fragen verzeichnet sind. Der Förderverein möchte wissen, wie zufrieden die Bürger mit ihrem Hallenbad sind und welche Angebote in Zukunft verstärkt angeboten werden sollen. „Wir starten durch!“, steht es in roten Lettern auf der Karte geschrieben: „Unser Bad wird Bürgerbad“. Das Ziel ist gesetzt. Um dieses nach dem 31. März auch zu erreichen, haben sich die Mitglieder des Fördervereins mit Gleichgesinnten getroffen, um die Möglichkeiten einer gemeinnützigen GmbH auszuloten. Im Märkischen Kreis gibt es mit dem Waldfreibad Herpine in Halver, dem Heidebad in Iserlohn und dem Bürgerbad Leitmecke in Menden bereits mehrere positive Beispiele für eine erfolgreiche Umnutzung in den Händen eines Vereins. „Wir möchten in erster Linie die Ängste der Bürgerinnen und Bürger zerstreuen“, so Sabine Karisch. Vor allem in diesem Punkt hätte es in der Vergangenheit ein verzerrtes Bild in der Öffentlichkeit gegeben. Nachdem der Beschluss der Gemeinde in der Welt war, ist die Anzahl der Anmeldungen für einen Schwimmkurs oder andere Aktivitäten spürbar zurückgegangen. „Dabei ist damit das Ende noch gar nicht besiegelt.

Wir kämpfen um den Erhalt unseres Gartenhallenbades“, gibt sich die 2. Vorsitzende kämpferisch. Momentan befindet sich der Förderverein in der Bestandsaufnahme. Fakt ist: Würde das Bad schließen, wäre es auch mit dem Schulschwimmen vorbei. Momentan wird die Halle von mehreren Bildungseinrichtungen aus der Doppelgemeinde und aus Altena genutzt. Zudem dient das Gartenhallenbad der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), dem TuS Nachrodt-Wiblingwerde und dem TV Wiblingwerde als Trainingsstätte. Sebastian Even vom TuS Nachrodt-Wiblingwerde berichtet, dass jeden Montag knapp 100 Personen die verschiedenen Angebote besuchen. Die Wartezeit für einen Schwimmkurs beträgt zur Zeit anderthalb Jahre.

Auch Gudrun Gruß und Hans-Ewald Slobodann sind an diesem Morgen am Waffelstand, um den Förderverein in seinen Zielen zu unterstützen. Beide nutzen regelmäßig das Angebot der Aquagymnastik. Auch Werner und Martina Mark wären traurig, wenn das Gartenhallenbad schließen müsste.

Führt der Förderverein das Bad weiter, muss es 70 Stunden pro Woche geöffnet sein.Das sehen die Auflagen des Landes vor. Nur unter dieser Voraussetzung kann der Förderverein auf einen Kapitalstock von 120 000 Euro zurückgreifen. Geld, das die Gemeinde ansonsten dem Land NRW zurückzahlen müsste. Die Summe ist vor einigen Jahren als Fördergeld in die Einrichtung geflossen.

Die Anteilnahme der Bürger ist an diesem Samstag in jedem Fall groß: „Ich hoffe, dass der Kampf sich lohnt. Viel Erfolg noch“, sagt ein interessierter Besucher zum Abschied und geht in Richtung Parkplatz davon.

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