Rat und Verwaltung setzen auf Gespräche

Einrichtung auf dem Prüfstand: Kita Elisabeth nicht wirtschaftlich

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Bürgermeisterin Birgit Tupat (2.v.l.) und Kämmerin Gabriele Balzukat (3.v.l.) informierten über die Kindergarten-Situation während der Sitzung des Rates.

Es ist eine kleine, familiäre Einrichtung. Zwei Gruppen. Die Überschaubarkeit tut vielen Kindern gut. Alles wäre wahrscheinlich bestens, wenn das „liebe Geld“ nicht wäre.

Nachrodt-Wiblingwerde – Der Kindergarten St. Elisabeth ist nicht mehr wirtschaftlich. Ob er erhalten werden kann, ob ein Neubau oder Anbau die Rettung sein wird, ist eine Frage, die zum jetzigen Zeitpunkt niemand beantworten möchte. Aber augenscheinlich „brennt“ die Situation.

„Wir wollen weitere Gespräche führen“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat, die die Mitglieder des Rates über einen Antrag des Kita Zweckverbandes im Bistum Essen informierte. Dieser möchte eine Förderung in Höhe von 50 Prozent für die Einrichtung St. Elisabeth.

Die Finanzierung, so heißt es in einem Schreiben, sei gemäß den Vorgaben des neuen Kinderbildungsgesetzes nicht auskömmlich. Berechnungen würden zeigen, dass die laufenden Kosten zum Betrieb der Kindertageseinrichtungen nicht finanziert werden können.

Und: Das Bistum Essen hat vor dem Hintergrund des sich reduzierenden Kirchensteueraufkommens die Absenkung der Bistumsmittel für die Kitas angekündigt. „Fakt ist, wir haben einen Bedarf an 25 zusätzlichen Kindergartenplätzen, sowohl im U3- als auch im Ü3-Bereich“, so Birgit Tupat.

Die Gemeinde kann den geforderten 50-prozentigen Anteil zwar nicht zahlen, möchte aber, so beschloss es der Rat einstimmig, in weiteren Gesprächen eine Lösung finden. Dabei steht die Frage im Vordergrund, ob man den Standort erweitern kann, um ihn wirtschaftlicher zu gestalten. 

„Ob es dann Beteiligungen unsererseits gibt, muss man dann besprechen. Dann muss auch der Märkische Kreis mit an den Tisch“, sagt Birgit Tupat. Wie ernst die Lage ist, erklärt Kämmerin Gabriele Balzukat, die bei einem Treffen mit Vertretern des Kita-Zweckverbandes und dem Kreis dabei war. 

„Der Kindergarten kann in seiner jetzigen Form so nicht erhalten bleiben. Jetzt geht es darum, in Detailgesprächen zu überlegen, was man machen kann.“ Genau dies bestätigt auch Iris Diedenhofen, Gebietsleiterin des Märkischen Kreis beim Kita Zweckverband. Zweigruppige Einrichtungen seien auch aufgrund der pädagogischen Anforderungen nicht mehr zeitgemäß.

Erweiterte Öffnungszeiten und gute Bildungsangebote seien schon aufgrund der Räumlichkeiten nicht möglich. „Wir befinden uns in einer Modernisierungsstrategie“, so Iris Diedenhofen, der Standort St. Elisabeth werde überprüft. Zudem müsse man die Pfarrei St. Matthäus gesamt betrachten.

Im Rückschluss kann dies bedeuten, dass es eine große Kindertagesstätte in Altena geben wird, in der St. Katharina, St. Matthäus und St. Elisabeth vereinigt werden. Die Kita St. Elisabeth besteht seit 56 Jahren. Das Grundstück der Kita wurde 1952 von Pfarrer Wilhelm Heide für die katholische Kirchengemeinde erworben, am 5. Juli 1964 wurde die Einrichtung von Dechant Bultmann eingeweiht.

248 Kita-Plätze: Die Versorgung

Für das Kindergartenjahr 20/21 sind in Nachrodt-Wiblingwerde insgesamt 248 Plätze in den Kindertageseinrichtungen geplant. Davon sind 43 Plätze für U3-Kinder. Darüber hinaus stehen 32 weitere U3-Plätze bei Kindertagespflegepersonen in Nachrodt-Wiblingwerde und Umgebung zur Verfügung.

Damit wird die U3-Versorgungsquote im Vergleich zum aktuellen Kindergartenjahr um 3,1 Prozent steigen und damit bei 36,1 Prozent liegen.

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