Trasse für Stromleitung wird jetzt vermessen

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Der Stromnetzbetreiber Amprion will eine knapp 120 Kilometer lange neue Hochspannungsleitung bauen, die auch durch Nachrodt-Wiblingwerde führen wird.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ In Kürze soll in Wiblingwerde mit Vermessungsarbeiten begonnen werden, die zum Bau einer neuen Hochspannungsleitung erforderlich sind.

Wie bereits vor längerer Zeit berichtet, plant der Dortmunder Stromnetzbetreiber Amprion den Ersatzneubau der Höchstspannungsfreileitung zwischen Dortmund und Dauersberg (Rheinlandpfalz). Sie ist Bestandteil des europäischen Höchstspannungsnetzes und soll umweltfreundlich erzeugten Strom aus den Windparks im Norden in den Süden Deutschlands transportieren. Die neuen Leitungskapazitäten sollen möglichen Übertragungsengpässen entgegenwirken.

Im Bereich von Wiblingwerde verläuft die Leitung auch durch die Doppelgemeinde. Sie werde auf dem Abschnitt zwischen Iserlohn und Attendorn weitestgehend innerhalb des vorhandenen Trassenbandes geplant, teilte Amprion-Sprecher Jörg Weber gestern mit. Die bestehenden 110- und 220-Kilovolt-Leitungen sollen demnach demontiert und durch eine 110-/380-kV-Leitung ersetzt werden.

Für die Genehmigung dieser Leitung ist die Bezirksregierung Arnsberg zuständig. Zur Vorbereitung der Antragsunterlagen zum Planfeststellungsverfahren führt Amprion ab Anfang Juli Vermessungen in Iserlohn, Nachrodt-Wiblingwerde, Altena, Lüdenscheid, Plettenberg, Herscheid und Attendorn durch. Für den etwa 35 Kilometer langen Planungsabschnitt benötigt das Vermessungsbüro voraussichtlich rund 18 Wochen. Die Arbeiten sollen jeweils montags bis freitags zwischen 7.30 Uhr bis gegen 18.30 Uhr durchgeführt werden, teilte Amprion mit. Mit diesen Vorarbeiten werde nicht über die tatsächliche Verwirklichung des Vorhabens entschieden, betonte das Unternehmen, an dem neben anderen Finanzinvestoren um die Commerzbank auch der Essener RWE beteiligt ist. Die Arbeiten erfolgen demnach auf Grundlage des Energiewirtschaftsgesetzes. Danach können für Zwecke der Vorbereitung der Planung eines Vorhabens notwendige Vermessungen, Boden- und Grundwasseruntersuchungen sowie sonstige Vorarbeiten durchgeführt werden.

Die Vermessungen führt ein Vermessungsbüro aus Essen im Auftrag von Amprion durch. „Sie dienen der Prüfung und Ergänzung bestehender Planwerke sowie der Erfassung vorhandener Gebäude und Bäume“, erläuterte Amprion-Sprecher Weber. Die Vermessungsingenieure müssten Grundstücke betreten und gegebenenfalls vorübergehend Markierungskennzeichnungen anbringen, die aber später wieder entfernt würden. Die Grundstücksbesitzer seien über die Vermessungsarbeiten schriftlich informiert worden.

Die Anwohner in Wiblingwerde sehen die Amprion-Pläne zum Bau der neuen Stromleitung sehr kritisch. Bereits vor anderthalb Jahren haben sie versucht, den Trassenverlauf zu beeinflussen – letztlich wohl mit Erfolg. Im Oktober 2011 teilte die Bezirksregierung in Arnsberg mit, dass das Raumordnungsverfahren abgeschlossen sei und im Bereich der Doppelgemeinde der untersuchten Variante Wiblingwerde-Ost, die den Siedlungsbereich Wiblingwerde weiträumig umgeht, der Vorzug gegeben werde. ▪ Volker Griese

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