Eine Kiste erzählt Geschichte(n)

Ganz weit zurück reichte dieses Ausstellungsstück aus dem Bestand des Iserlohner Museums: Peter Häusser hatte das Trinkhorn im Fundus der Ausstellung gefunden. - Fotos: Bender

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Einen Blick zurück wagte am Mittwoch die Frauenhilfe Nachrodt: Sie hatte Peter Häusser mit seinem „Museum in der Kiste“ eingeladen. Sein Vortrag ließ Erinnerungen wach werden an damals, als im Haushalt noch Schwerarbeit geleistet werden musste.

Der Iserlohner Museumspädagoge besucht Altenheime, Schulen, Frauenhilfen – kurz: all’ diejenigen, die sich für die Vergangenheit interessieren. Ausgangspunkt für das Projekt sei die Erkenntnis gewesen, dass nicht jedermann den Weg ins Iserlohner Stadtmuseum finde, erklärte Häusser am Rande seines Auftritts. Wenn die Menschen nicht zum Museum kommen, kommt das Museum halt zu den Menschen – und zwar mit einer Kiste.

Gemeinsam mit den Einladern überlege er, worum es in seinen Vorträgen gehen könne, berichtete Häusser: „Grundschulkinder interessieren sich zum Beispiel für die Urzeit, Dinosaurier und so“. Für die Frauenhilfe packte er Haushaltsgeräte ein – zum Beispiel ein über 250 Jahre altes Eiserkucheneisen, aber auch Dinge, die die Nachrodterinnen noch selbst im Gebrauch erlebt hatten. „Da kam ein heißer Eisenkern rein“, erkannte eine von ihnen, als Häusser ein altes Bügeleisen in die Höhe hielt. Und auch die Waschmaschine aus den 50ern, die statt eines Motors eine Handkurbel hatte, war den Frauen nicht unbekannt.

Mehrere Dutzend Mal im Jahr ist Häusser mit seiner Museums-Kiste unterwegs. Besonders beeindrucken ihn seine Besuche bei Demenzkranken: Handgeführte Kaffeemühlen und andere alte Dinge ließen bei denen oft Kindheitserinnerungen aufkommen, hat er beobachtet.

Häusser muss übrigens keine Vitrinen plündern, wenn er sich wieder mit seiner Kiste auf den Weg macht. „Wir haben einen großen Fundus“, verriet er Mittwoch. Darin unterscheidet sich das Iserlohner Museum nicht von anderen, betont der Historiker. Viele Exponate seien einfach Spenden – Bürger brächten sie vorbei, weil sie zu wertvoll zum Wegwerfen seien und es zu aufwändig erscheine, sie zu verkaufen.

Die Nachrodterinnen waren sehr angetan von dem lebendigen Vortrag des Iserlohners und den Geschichten, die er aus und über die Geschichte zu erzählen wusste. Sie hatten allerdings noch ein weiteres Thema zu bearbeiten: Am 7. März ist Weltgebetstag der Frauen, dafür wurden die letzten organisatorischen Vorbereitungen getroffen. Nachrodterinnen aller Konfessionen treffen sich um 17 Uhr in der katholischen Kirche. Nach dem gemeinsamen Gebet steht dann ein gemütliches Beisammensein im katholischen Vereinshaus auf dem Programm.

Von Thomas Bender

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