Einbrecher haben es eilig und scheuen das Risiko

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Michael Schneider vom Kommissariat Vorbeugung erläuterte verschiedene Sicherungssysteme für Fenster und Türen. Rechts im Bild: die UWG-Vorsitzende Sonja Hammerschmidt. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Das Thema Sicherheit spiele in den Köpfen der Menschen zwar eine Rolle, trete im Alltag aber häufig in den Hintergrund. „Doch das ändert sich schlagartig, wenn man selbst Opfer wird – oder ein naher Angehöriger“, weiß Michael Schneider vom Kommissariat Vorbeugung der Kreispolizeibehörde.

Der Fachmann von der Iserlohner Dienststelle kam auf Einladung der UWG Nachrodt-Wiblingwerde und referierte zum Thema „Einbuchsicherung“. UWG-Vorsitzende Sonja Hammerschmidt hatte im Vorfeld nicht nur Mitglieder der Wählergemeinschaft, sondern auch interessierte Bürger zu diesem Vortrag eingeladen.

Michael Schneider gab den etwa 20 Zuhörern am Donnerstagabend allgemeine Informationen an die Hand und betonte: „Letztendlich ist eine individuelle Beratung vor Ort und je nach Gefahrenstufe am sinnvollsten.“ Dieses Angebot führt das Kommissariat Vorbeugung übrigens kostenlos durch.

Der Referent erläuterte, dass das Aufhebeln von Fenstern und Türen zu den häufigste Einbruchsarten gehöre. „Am zweithäufigsten werden Nebentüren oder Kellerschächte aufgehebelt.“ Am Türschloss würden sich die Einbrecher im Vergleich dazu eher seltener zu schaffen machen. Der häufigste Tatzeitraum liege zwischen 12 Uhr und Mitternacht. „Die Täter gehen davon aus, dass sie, egal in welches Objekt sie reingehen, auf jeden Fall etwas rausholen“, erklärte Michael Schneider. Allerdings sei für sie dabei vor allem die Entdeckungs- und Ergreifungsmöglichkeit entscheidend. Einblickgeschützte Bereiche seien daher besonders gefragt. Hinzu komme der Aspekt: „Wie lange bin ich draußen zugange, bis ich im Haus bin?“ Und das kann bei einem nicht einbruchgeschützten Fenster sehr schnell gehen – „10 bis 30 Sekunden, dann ist das Fenster auf“, weiß der Fachmann. Das Einbruchswerkzeug wird auf Höhe des Griffs zwischen Fenster und Fensterrahmen gerammt. „Oftmals lässt sich das Fenster danach sogar wieder normal verschließen.“ Michael Schneider stellte zur Präventivmaßnahme Zusatzschlösser oder so genannt Pilzkopfverriegelungen vor, die einen Einbruch auf diese Weise verhindern können. „Beim Nachrüsten sollten aber mehrere Verriegelungen eingebaut werden, sonst habe ich keine Verzahnung.“ Diese bewirkt, dass das Fenster nicht zu öffnen ist. „Wir kommen dann in einen Zeitbereich, bei dem der Täter die Lust verliert. Wenn er nach einer Minute noch nicht im Haus ist, steigt für ihn außerdem die Wahrscheinlichkeit, entdeckt zu werden.“

Auch Haustüren haben Schwachstellen. Das Schließblech am Rahmen sei der größte Schwachpunkt, so Michael Schneider. „Auch Türen werden in der Regel aufgehebelt“, sagte er. Wenn sich Mauerwerk neben der Tür befindet, könnten Mauer-anker den Einbruchsschutz verstärken. „Habe ich Glaselemente daneben, verstärke ich den Schutz über die Vielzahl der Verschraubungen.“ Außerdem sollte der Zylinder abgedeckt und das Türschild nicht abschraubbar sein.

„Schnelligkeit ist für die Täter entscheidend“, wiederholte der Referent noch einmal. Sicherungssysteme signalisierten den Tätern nicht, dass es etwas zu holen gebe. „Die Täter, von denen wir hier reden, drehen ab, wenn sie diese Sicherungssysteme sehen.“ Abschließend riet der Fachmann den Zuhörern, auch im Urlaub den Anschein aufrecht zu erhalten, dass das Haus bewohnt ist, denn: „Einbrecher suchen nach dem Signal: Hier ist keiner zuhause.“ ▪ sr

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